Langenfeld: Wo Freiwillige Kulturprojekte planen

Langenfeld : Wo Freiwillige Kulturprojekte planen

Nach sechs Monaten im Bereich Kultur ziehen Carolin Cramer und Elisabeth Markett eine erste Bilanz.

Das Abitur ist in der Tasche, aber was nun? Diese Frage haben sich Carolin Cramer (20) und Elisabeth Markett (18) im vergangenen Sommer gestellt. Nach dem Abitur am Konrad-Adenauer-Gymnasium war der direkte Einstieg ins Studium für sie keine Alternative. Darum haben sie sich beim Bundesfreiwilligendienst Kultur und Bildung (BFD) um ein Soziales Jahr beworben und haben im Oktober ihr Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) bei der Langenfelder Stadtverwaltung im Bereich Kultur angefangen.

Seither arbeitet Carolin Cramer in der Volkshochschule. Dort wird sie in allen Bereichen der Verwaltung eingesetzt. Dazu gehören der Umgang mit den Bürgern und die Buchhaltung. Auch der ständige Kontakt zu den Dozenten der Volkshochschule gehört zu ihren aufgaben. Sie nimmt von ihnen Terminänderungen entgegen oder hilft bei Problemen aller Art.

"Verwaltung kann auch spannend sein", findet Carolin Cramer. "Das FSJ ist ein super Einstieg ins Berufsleben", sagt sie. Nur die Umgewöhnung von der freien Zeit nach der Schule hin zum Vollzeitjob sei ihr anfangs schwergefallen. "Aber daran gewöhnt man sich schnell", so die 20-Jährige, die sich auf ihr Projekt freut, das sie im Laufe des Jahres eigenständig planen muss. Cramer organisiert einen Backkursus zum Thema Ostern für Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren, ein Novum an der Volkshochschule. Von der Idee bis hin zu Ausführung ist dabei alles eigenständig geplant.

Was sie nach dem Jahr macht, steht für sie auch schon fest "Eine duale Ausbildung im kommunalen Verwaltungswesen werde ich machen", hat Cramer ihre Wahl getroffen. Besonders die Erfahrungen im professionellen Umgang mit Menschen und neuen Situationen werde sie aus ihrem Jahr mitnehmen, sagt sie.

Elisabeth Markett verbringt ihr Freiwilliges Soziales Jahr in der Stadtbibliothek und dem Kulturforum. In der zweigeteilten Stelle arbeitet sie mit Kunst, Kultur, Literatur und Kunden. Dazu muss sie viel recherchieren und Texte verfassen, aber auch die Thekenarbeit in der Stadtbibliothek gehört zum Betätigungsfeld. Besonders toll findet sie die Ausstellung in der Artothek, die sie alleine organisiert hat. "Dazu musste ich Bilder auswählen" ", sagt die 18-Jährige. Entstanden sei ein bunter Stilmix.

Am Anfang ist sie sehr nervös gewesen "aber irgendwann stellt sich Routine ein". Gegen die Nervosität hat wohl auch der freundliche Empfang, den Markett in beiden Teams bekommen hat, geholfen. Über ihr Projekt, das im Frühsommer anläuft, will sie nicht viel sagen: "Das soll eine Überraschung werden". Nur so viel dürfe verraten werden: Es soll durch Streetart alle Bereiche ihrer Arbeit miteinander verbinden und eine Schnittstelle zu den Bürgern schaffen. Man darf also gespannt sein, was im Sommer in der Langenfelder Innenstadt entstehen wird.

Nach dem Freiwilligen Sozialen Jahr möchte Markett ein Studium in den Bereichen Pädagogik, Kultur und Kunst beginnen. Was sie aus dem Jahr mitnehmen wird? "Viele Erfahrungen, gute wie schlechte und eine ganze Menge neues Wissen über die Langenfelder Geschichte."

Enden wird das Freiwillige Soziale Jahr für die beiden jungen Frauen am 31. August. "Die Zeit geht einfach viel zu schnell vorbei", findet Carolin Cramer.

(RP)
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