Baumberg: "WM schweißt zusammen"

Baumberg : "WM schweißt zusammen"

Die ehemaligen Stars Hannes Bongartz, Klaus Fischer und Aki Schmidt waren ins Bürgerhaus gekommen um mit den Gästen und Moderator Friedhelm Görgens über die bevorstehende Weltmeisterschaft zu fachsimpeln.

Die Bühne im Bürgerhaus verwandelt sich zumindest kurzzeitig in einen kleinen Fußballplatz. Das runde Leder wird geschickt balanciert, hochgehalten und hin- und her gespielt. Im Zuschauerraum stehen die Besucher und bejubeln jede gekonnte Aktion. Drei Helden aus den goldenen Zeiten des deutschen Fußballs beweisen, dass sie das Kicken noch nicht verlernt haben.

Zuvor stehen die ehemaligen Nationalspieler Hannes Bongartz, Alfred "Aki" Schmidt und Klaus Fischer dem Publikum Rede und Antwort. Das zentrale Thema ist die bevorstehende Weltmeisterschaft in Südafrika. "Ich denke, dass unsere Jungs ihren Ruf als Turniermannschaft auch in diesem Jahr wieder bestätigen werden", meint Hannes Bongartz. "Die Mannschaft hat viele neue Spieler in ihren Reihen, und die müssen mit jugendlicher Frische an die Sache herangehen."

Neben den Chancen der DFB-Elf in der WM-Endrunde geht es im Gespräch mit dem Publikum durchaus um einzelne Spieler. Auch die Personalie Lukas Podolski wird diskutiert. Der Linksfuß vom 1. FC Köln hat eine eher bescheidene Bundesligasaison mit gerade einmal zwei Treffern hinter sich. "Eigentlich ist das zu wenig, um eine Nominierung für die Nationalmannschaft zu rechtfertigen", meint ein Zuschauer.

Dennoch bricht Klaus Fischer eine Lanze für den Stürmer. "Er hat über einen langen Zeitraum keine guten Leistungen gebracht, aber ich schätze Podolski sehr. Das ist ein Spieler mit einem unglaublichen Potenzial. Trotzdem muss er sich deutlich steigern." Fischer liegt nach wie vor mit 268 Treffern hinter Gerd Müller an zweiter Stelle der ewigen Bundesliga-Torjäger-Liste. In 45 Länderspielen schoss er zudem 32 Tore für Deutschland. Berühmt wurde er vor allem für seine Fallrückzieher, die ungewöhnlich häufig den Weg ins Tor fanden.

Thorsten Frings ausgebootet

Alfred Ixkes will von den Fachleuten auf dem Podium wissen, was sie von der Ausbootung von Thorsten Frings halten. Bundestrainer Joachim Löw hatte sich bereits lange vor der WM dafür entschieden, auf den defensiven Mittelfeldmann zu verzichten. Danach spielte der Bremer eine überragende Saison. "Gerade in der Rückwärtsbewegung hat die Nationalmannschaft Probleme. Einer wie Frings könnte dort die Lücken schließen", meint der Baumberger. "Das sehe ich genauso, aber der Trainer verfolgt eine andere Philosophie", antwortet Bongartz.

"Wenn es so hinhaut, war es die richtige Entscheidung. Aber wenn es schief geht, gibt es für Löw einiges auf die Ohren von den Medien." Klaus Fischer sieht es etwas differenzierter: "So jemand wie Frings setzt sich nicht ohne Widerworte auf die Bank." Die von Friedhelm Görgens moderierte Veranstaltung wurde von Center.TV Ruhr aufgezeichnet und wird innerhalb der nächsten Wochen auch in der Düsseldorfer Region ausgestrahlt.

In der Gesprächsrunde geht es neben der goldenen Zeit des deutschen Fußballs auch um Psychologie, die Feinheiten des Trainings und die abgelaufene Bundesligasaison. Für die WM rechnen sich die Ex-Profis einiges aus. "Deutschland wird ganz vorne mit dabei sein", ist sich Aki Schmidt sicher. "So ein wichtiges Turnier schweißt die Mannschaft zusammen."

(RP)