Langenfeld: Winterliche Stimmung im Wildpark

Langenfeld: Winterliche Stimmung im Wildpark

Der Tierpark im Grafenberger Wald im Osten Düsseldorfs ist auch bei Kälte einen Besuch wert.

Nina Jäger ist Försterin und seit 16 Jahren bei der Stadt Düsseldorf tätig. Sie ist als stellvertretende Leiterin des Wildparks für Umweltpädagogik und die parkeigene Waldschule zuständig. Sie wirbt dafür, gerade auch im Winter in den Grafenberger Wald zu kommen: "Jede Jahreszeit hat ihren ganz eigenen Reiz. Der Winter ermöglicht durch das fehlende Laub einen tieferen Einblick in die Gehege."

Der Wildpark im Grafenberger Wald ist seit 90 Jahren ein beliebtes Ausflugsziel. Bei freiem Eintritt können auf 40 Hektar Gesamtfläche einheimische Tierarten bestaunt werden. Sollte es dabei einmal zu kalt werden, lädt die Waldschule zum Verweilen ein. In einem neuen Terrarium kann man Perleidechsen beobachten, gleich nebenan leben Zwergmäuse. Für Kinder gibt es eine kleine Lese- und Spielecke, und vor der Eingangstür sorgt ein Tannenbaum für Weihnachtsstimmung. Damit die Tiere gut durch die kalte Jahreszeit kommen, wird draußen bereits das Futter angepasst. "Im Herbst füttern wir mehr Eicheln und Kastanien, im Winter dann vor allem Saftfutter wie Karotten, Äpfel oder Rote Beete. Gras und Blätter fallen als natürliche Nahrungsquellen ja weg", berichtet Jäger. Auch hierdurch ergeben sich laut der Försterin Vorteile für die Besucher: "Die Tiere sind oft zutraulicher, weil weniger Nahrung vorhanden ist. Sie lassen sich eher füttern." Ein solcher Versuch lässt sich am besten im großen Damwildgehege starten. Dort können die Besucher ohne Zäune den Tieren näher kommen. Auch auf zutrauliche Jungtiere macht Jäger Hoffnung.

Für viele der Parkbewohner bedeutet der Winter auch Paarungszeit. Sowohl die "Rauschzeit" der Wildschweine als auch die Brunft der Wildschafe (Mufflons) findet im Dezember statt. Mit ein wenig Glück können Besucher die Paarungen beobachten. Vorbei ist diese Zeit bereits bei den Hirschen. Das hält das männliche Geschlecht nicht davon ab, noch immer durch das Gehege zu stolzieren und sich den vier Hirschkühen zu nähern. Ein Verhalten, das jedoch auf wenig Gegenliebe stößt. Selbst nicht mit fast weihnachtlich anmutendem Kopfschmuck. Einer der Hirsche hat sich beim Wühlen mit seinem Geweih an einem Ast verfangen. Seiner majestätischen Grundhaltung tut dieser Fauxpas keinen Abbruch.

Gemütlicher geht es da in den anderen Gehegen zu. Die Frettchen und Waschbären haben sich in ihren Innenbereich verkrochen und stellen sich dösend auf den Winter ein. Das Wetter ist an diesem Tag verregnet, der Park ist recht leer und auch die Tiere ziehen sich lieber zurück. Gerade an schönen Wintertagen und rund um die Feiertage kann es jedoch voll werden. Geöffnet hat der Park außer bei extremer Witterung 365 Tage im Jahr.

(mlat)