Langenfeld/Monheim: Winterdienst startet mit Verspätung

Langenfeld/Monheim : Winterdienst startet mit Verspätung

In Langenfeld schaffte es der Städtische Betriebshof nicht, bis 7 Uhr alle wichtigen Verkehrsstraßen zu räumen.

"Wir waren schon mal besser", sagt Bastian Steinbacher, Leiter des Baubetriebshofes. "Dabei hatten wir noch Glück." Wenn der erste Schnee des Winters 2014/5 nicht gerade zufällig in den Jahreswechsel gefallen wäre, wo in vielen Firmen der Betrieb ruht, hätte es womöglich Beschwerden gegeben. "Normalerweise müssten die Straßen um 7 Uhr geräumt sein, das haben wir dieses Mal nicht geschafft", sagt Steinbacher. Offenbar habe das Salz, das direkt nach dem Abräumen gestreut wird, nicht genügend Zeit gehabt, um seine Tauwirkung zu entfalten. Der Grund: Der frostige Niederschlag kam erst nach der ersten Kontrollfahrt um 1 Uhr, als sich der Kontrollfahrer wieder hingelegt hatte. Nach seiner Alarmierung um 3.34 Uhr seien um 4.03 Uhr auch die ersten der 13 Mitarbeiter des Bereitschaftsdienstes ausgerückt, aber die letzten kamen - wegen der Wetterlage - zum Teil erst um 5.30 Uhr zum Dienstantritt. "Normalerweise haben wir den Winter im Griff. So dass es, wenn ich vom weiß verschneiten Bensberg herunter nach Langenfeld komme, dort schon schwarz ist", sagt Steinbacher. Gestern sei das nicht der Fall gewesen. Auch für die nächsten Tage werde der Bereitschaftsdienst aufrechterhalten, weil die Minimaltemperaturen um den Gefrierpunkt liegen werden.

Foto: dpa, mb vfd

In Monheim sorgten 13 Mitarbeiter des städtischen Betriebshofes ab 4 Uhr dafür, dass die großen Straßen nach Prioritäten geräumt wurden. Ab 7 Uhr wurde der Frühtrupp durch weitere zwölf Mitarbeiter verstärkt. "Allein dadurch, dass jetzt in den Ferien kein Schülerverkehr stattfand, war die Lage für uns aber sehr entspannt", sagt Pressesprecher Michael Hohmeier. Die Stadt erinnert noch einmal an die Räumpflichten der Grundstückseigentümer: Von 7 bis 20 Uhr fallender Schnee muss unverzüglich beseitigt werden. Wenn er nach 20 Uhr niedergeht, müssen die Gehwege montags bis freitags bis 7Uhr, samstags bis 8 Uhr und sonntags bis 9 Uhr geräumt werden. Auch wenn der Schnee jetzt vorerst taut, warnt Betriebshofleiter Oliver Pelke vor dem nächtlich einsetzenden Frost. "So oder so gilt: vorsichtig sein".

"Bei Schnee muss man das Tempo so an die Straßenverhältnisse anpassen, dass man sein Auto jederzeit beherrschen und anhalten kann", rät der Langenfelder Fahrlehrer Dietmar Grafweg. Auf einer ruhigen Seitenstraße oder einem Platz sollte man einfach einmal die sogenannte Gefahrbremsung ausprobieren: Wie lange braucht mein Fahrzeug, bis es wirklich steht? "Viele scheuen sich, weil sie das ABS-Geräusch erschreckt: Das signalisiert aber gerade, dass alles in Ordnung ist", sagt Grafweg, der gerade selber bei tiefstem Schnee in Innsbruck seine Winterfahrtauglichkeit unter Beweis stellt. Generell rät er, zum vorausfahrenden Fahrzeug das Doppelte des sonst üblichen Abstandes "halber Tacho" - also Sicherheitsanstand gleich Tachoanzeige in Metern - einzuhalten. Besonders konzentriert und vorsichtig sollte man überdies in Waldschneisen, auf Brücken und in Kurven fahren. "Kurven werden oft unterschätzt", so Grafweg, "so geben viele schon in der Wendung wieder Gas". Viele Fahranfänger machen auch den Fehler, ausschließlich auf die Markierung zu achten. "Sicherer ist, in der vorgefahrenen Spur zu bleiben." Außerdem rät er, für ausreichend Frostschutz in der Scheibenwaschanlage zu sorgen und die Beleuchtung zu checken.

(RP)