Langenfeld/Monheim: Windräder sollen nah an die Autobahn

Langenfeld/Monheim: Windräder sollen nah an die Autobahn

Den Bau einer Windkraftanlage zu ermöglichen – das ist in Langenfeld beschlossene Sache und wird auch in Monheim angestrebt. Die Planer beider Städte treiben einen gemeinsamen Standort an der A 59 voran.

Den Bau einer Windkraftanlage zu ermöglichen — das ist in Langenfeld beschlossene Sache und wird auch in Monheim angestrebt. Die Planer beider Städte treiben einen gemeinsamen Standort an der A 59 voran.

Wer auf der Langenfeld/Monheimer Nahtstelle A 59 unterwegs ist, blickt auf Strommasten. Vielleicht kommen bald schon Windräder dazu. Foto: Matzerath

Der Bau von Windkraftanlagen (WKA) auf Langenfelder Stadtgebiet ist politischer Wille. In dem vom Stadtrat vor einem Jahr beschlossenen Klimaschutz-Konzept ist dieses Bekenntnis fester Bestandteil — und es liegt auch ein Gutachten für mögliche Standorte von Windrädern vor.

In einem morgen startenden Forum "Wind-Dialog Langenfeld" können alle Bürger mitdiskutieren. Im Mittelpunkt wird dabei die Frage stehen, wo solche mehr als 100 Meter hohen Propellermasten platziert werden können. Bislang galten die als WKA-Konzentrationszone ausgewiesenen Äcker im Reusrather Süden als favorisierte Stelle. Doch seit kurzem sprechen die städtischen Planer mit ihren Monheimer Kollegen über eine gemeinsame WKA-Konzentrationszone nahe und beiderseits der Autobahn A 59.

"Ein Ingenieur-Büro untersucht derzeit, wo in Monheim Windräder möglich sind", sagt der städtische Chefplaner Thomas Waters. "Wir werden den Politikern das Gutachten voraussichtlich im Januar zur Diskussion vorlegen." Anders als in Langenfeld, wo bereits vor fünf Jahren in Reusrath eine 48 Hektar große WKA-Zone festgelegt worden war, steckt das Thema in der Gänselieselstadt noch im Anfangsstadium. "Wenn ein geeigneter Standort für Windräder gefunden wird, wollen wir ihn auch nutzen", meint Waters. Dies habe der Stadtrat vor einem Jahr mit dem Aufstellungsbeschluss für eine WKA-Konzentrationszone dokumentiert. "Wir nehmen die Energiewende ernst."

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So hatte sich im vergangenen Dezember auch Langenfelds Bürgermeister Frank Schneider bei einer Podiumsdiskussion der RP geäußert, bei der im Reusrather Schützenheim indes etliche Anwohner den ins Auge gefassten Bau von Windrädern auf den nahen Äckern kritisierten. "Wenn sich eine gemeinsame Konzentrationszone mit Monheim realisieren lässt, wäre dieser Standort mein Favorit", meinte Schneider kürzlich. "Sonst bleibt es bei Reusrath."

Nach einem Auftragsgutachten des Essener Ingenieurbüros Ökoplan sind die Felder an der Acker- und Rennstraße das einzige für bis zu drei große Windräder geeignete Gelände. Ökoplan hatte sieben Langenfelder Gebiete untersucht, in denen die für eine WKA wirtschaftlich notwendige Windstärke erreicht wird. Nach dem im Juni vorgelegten Gutachten sind Äcker nordwestlich von Richrath und südlich von Berghausen ungeeignet, weil jeweils Fledermäuse und Vögel gefährdet würden. Bedingt geeignet für maximal zwei Windräder seien vier Gebiete: nördlich von Wolfhagen; östlich der A 59; nördlich des Autobahnkreuzes Monheim-Süd sowie südwestlich der Siedlung Neurath.

Nach Angaben des Langenfelder Chefplaners Stephan Anhalt sollen wegen der mit Monheim angestrebten WKA-Zone alle möglichen Standorte entlang der A 59 nochmals überprüft werden. "Wir haben jetzt verschiedene Stellen wegen Abständen zu Autobahn und Stromleitungen angeschrieben." Der einzige konkrete Bauantrag eines WKA-Betreibers ruhe zurzeit. "Er ist weiter sehr interessiert, aber die für Reusrath festgelegte Höhengrenze von 100 Meter kommt für ihn wirtschaftlich nicht in Betracht."

(RP/rl)
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