Langenfeld: Windkraft in Reusrath hat viele Gegner

Langenfeld : Windkraft in Reusrath hat viele Gegner

Die Projektgegner treffen sich regelmäßig zum Stammtisch. Sie wollen keinen "Disko-Effekt".

"Ruhiger Horizont Reusrath" nennt sich eine Bürgerinitiative aus dem Stadtsüden. Sie wendet sich gegen die Pläne von Bürgermeister Frank Schneider (CDU), die Höhenbegrenzung für Windräder am einzig bislang zulässigen Standort in Langenfeld aufzuheben. "Wir fordern, dass der Rat vor einer Entscheidung die Ergebnisse einer Studie abwartet, die das Bundesumweltministerium zum Infraschall in Auftrag gegeben hat", sagt Gründungsmitglied Matthias Saturnus beim Stammtisch in "Rapha's Restaurant".

Ob das Höhenlimit in Reusrath fallen wird, ist noch fraglich. Das Verfahren des Windkraft-Investors läuft. Derzeit wird gerichtlich geprüft, ob dessen Antrag auf Aufhebung der 100-Meter-Begrenzung wirklich abzulehnen ist. Da der Investor die Kosten trage, müsse die Stadt lediglich Zeit investieren, sagt Saturnus. "Wir haben kein Verständnis dafür, dass der Bürgermeister diese Chance nicht nutzen will." Die Bürgerinitiative will gegenüber Verwaltung und Stadtrat weiter Überzeugungsarbeit leisten. "Wir möchten den Fraktionen unsere Argumente sachlich vortragen und hoffen auf Erfolg", betont Saturnus. Er räumt allerdings ein, dass das Thema in Reusrath durchaus die Emotionen aufwirbele. "Ohne Beschränkung würden die Anlagen dort drüben 200 Meter hoch - höher als der Kölner Dom! Dieser Eingriff in die Landschaft betrifft nicht nur uns, sondern auch die Solinger, Monheimer und Opladener." Geräuschkulisse, Schattenschlag und Infraschall bedrohten darüber hinaus Lebensqualität und Gesundheit der Anwohner. "Ich habe hier ein Haus und möchte gerne ohne ständiges Wusch-wusch-Geräusch und Disko-Effekt auf meiner Terrasse sitzen können. Und wenn der Infraschall das Wohlergehen meiner Enkelin beeinträchtigt, werde ich das nicht hinnehmen."

Die übrigen Mitglieder möchten dem Projekt ebenfalls den Wind aus den Flügeln nehmen. "In so dicht besiedelte Gebiete gehören sie einfach nicht hin. Wir bräuchten mindestens den zehnfachen statt des dreifachen Abstands. Dort drüben ist ein Kindergarten und eine Schule - die meisten Eltern wissen aber nichts über die Gefahren", sagt etwa Dieter Scherer. Er bezweifelt, dass sich das Projekt überhaupt rechnet. "Andere verdienen, und wir Bürger müssen das über den Stromzuschlag bezahlen."

(domi)
Mehr von RP ONLINE