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Rp-Stadtteilserie Mobile Redaktion: Wiescheider schildern Probleme im Ort

Rp-Stadtteilserie Mobile Redaktion : Wiescheider schildern Probleme im Ort

An den RP-Stehtischen rückte gestern vor allem die Überlastung der Straßen in Langenfelds kleinstem Ortsteil in den Fokus.

Wiescheid Gabriele Klotz lebt jetzt im 31. Jahr in Wiescheid. "Uns haben besonders die Ruhe und der dörfliche Charakter hierhergezogen", erzählt die 65-Jährige. Seit einigen Jahren hat die Wiescheiderin indes zunehmend weniger Freude an ihrem Haus an der Tiefenbruchstraße: "Seit hier ein Neubaugebiet nach dem anderen entstanden ist, haben wir ein riesiges Verkehrsaufkommen, die Tiefenbruchstraße ist zu einer Durchgangsstraße geworden. Bis zu 500 Autos fahren pro Stunde durch", seufzt Klotz und fragt sich nach eigenem Bekunden, ob sie nicht besser in einem Düsseldorfer Stadtteil mit großstädtischer Infrastruktur und kurzen Wegen alt werden sollte: "Dort ist es in vielen Vierteln vermutlich ruhiger als bei uns vor der Haustür."

Wiescheids Verkehrsnetz hat nicht mit dem Wachstum des Ortsteils mitgehalten – in diesem Punkt war sich gestern die Mehrheit der Bürger einig, die zur "Mobilen Redaktion" der RP vor dem Aldi an der Ohligser Straße gekommen waren. "Zu dem ohnehin gestiegenen Verkehrsaufkommen aufgrund der Neubauten kommen auch noch die vielen Autofahrer, die dem regelmäßigen Stau vor der A 3-Auffahrt ausweichen", schildert Ingo Brabender die Lage. Selbst vor 13 Jahren aus Richrath nach Wiescheid gezogen, hat der 52-Jährige nichts gegen die Neubebauung, fordert aber leistungsfähigere Verkehrswege: "Die zum Teil zugeparkten Straßen sind den vielen Pkw und Lkw einfach nicht gewachsen. An der Tiefenbruch- und der Kirchstraße zum Beispiel kommen Sie manchmal minutenlang nicht voran."

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Umgekehrt heizten Auswärtige bei freier Fahrt rücksichtlos selbst durch Spielstraßen, sagt Brabender, der am Landwehrfeld wohnt. Dort seien etwa 60 Familien zuhaus, viele mit Kindern: "Zwei sind in den letzten Jahren in Wiescheid schon angefahren worden – es ist nur eine Frage der Zeit, dass so etwas noch 'mal passiert", fürchtet Brabender mit Blick etwa auf Paketboten, die ihren Job meist unter großem Zeitdruck verrichten. Viel gewonnen wäre, wenn endlich der Zubringer von der B 229-Gabelung zum Kreuz Langenfeld gebaut würde.

Weitere Themen am Stand der RP:

Neubaugebiete Einige neue Einfamilienhäuser, so am Härterweg, seien zu wuchtig geraten, bemängelt Sieglinde Nikolaus: "Die Klötze mit zwei Obergeschossen passen einfach nicht zu Wiescheid. Dass so etwas erlaubt wurde?!" Inzwischen gebe es schon Streit unter Nachbarn, weil die einen den anderen die Sonne wegnähmen. Wiescheid habe seinen "dörflich Charme" eingebüßt, bedauert auch Herbert Wilsing (71), der fast vier Jahrzehnte in dem Ortsteil gelebt hat.

Internet "Man kommt regelmäßig nicht rein", kritisiert Rolf Monhoff die schwachen Netzkapazitäten in Wiescheid. Riesige Probleme gebe es bei großen Datenmengen, was für selbstständige Unternehmer wie ihn ein Standortnachteil sei, sagt der 64-Jährige, der von der Verbindungsstraße aus Druckaufträge online verschickt.

Einzelhandel "Die Einkaufsmöglichkeiten könnten besser sein", meint Hans-Günther Mundt (72). Sein Vorschlag: Langenfelder Einzelhändler sollten einen Lieferservice aufbauen bzw. diesen besser bewerben. Gabriele Klotz zeigt sich sehr zufrieden damit, dass man in Wiescheid Pakete aufgeben kann (in der Postagentur bei Aldi).

Apotheke Frank Frauenkron (73) ist nicht der einzige, der sich eine Apotheke für Wiescheid wünscht. Laut Petra Schultz von der Hubertus-Apotheke in der Stadtmitte würde sich eine solche aber nicht rentieren (zu wenig Laufkundschaft, zu wenige Ärzte). Auch ein Rezept-Briefkasten sei wegen der rechtlich vorgeschriebenen Mindestentfernung zu den nächsten Apotheken nicht zulässig. Schultz empfiehlt statt dessen den Lieferservice der Apotheken: "Wir holen bei Bedarf auch Rezepte bei den Ärzten ab."

(RP)