Langenfeld: Wieder Bauarbeiten auf der B 8

Langenfeld: Wieder Bauarbeiten auf der B 8

Am kommenden Donnerstag setzt der Landesbetrieb Straßen NRW die Sanierung der B 8 in Reusrath fort. Für die Autofahrer bedeutet dies, auch wegen des Ausweichverkehrs aufgrund der A 57-Sperrung: erhöhte Staugefahr.

Ulla Küpperfahrenberg, Lehrerin an der Virneburgschule in Reusrath, fährt die Strecke Köln (Mitte)-Langenfeld (Süd) nun schon seit 30 Jahren. "Der Verkehr auf den Straßen hat stetig zugenommen, besonders in den letzten zwei Jahren", sagt die Domstädterin.

Gestern Morgen erlebte sie den vorläufigen Höhepunkt dieser Entwicklung: "Normalerweise bin ich mit meinem Wagen etwa 35 Minuten unterwegs, diesmal waren es anderthalb Stunden", seufzt die 57-Jährige. "Wenn meine Schule nicht so weit ab vom Schuss läge oder ich nicht Angst vor Autoknackern hätte, wäre ich wohl schon auf die Bahn umgestiegen und würde das letzte Stück vom Opladener Bahnhof zu Fuß oder mit dem Auto zurücklegen."

Baustellen-Ampel regelt Verkehr

Ab Donnerstag könnte die Pendlerin den endgültigen Motivationsschub in Sachen Umstieg auf die Bahn kriegen: Dann nämlich nimmt der Landesbetrieb Straßen NRW die Bauarbeiten auf der B 8 in Reusrath wieder auf. Nach zweimonatiger Winterpause geht es vom Marienkäferweg in 150-Meter-Abschnitten etwa alle zwei Wochen weiter in Richtung Langenfeld. Ende Juni soll die A 542-Anschlussstelle an der LVR-Klinik erreicht sein. Saniert wird jeweils eine Fahrspur. Die andere müssen sich die Autofahrer beider Fahrtrichtungen teilen: Nach Angaben von Projektleiter Dietmar Giesen wird die Baustellenampel im 90-Sekunden-Takt mal die einen und mal die anderen durchfahren lassen.

Und der zusätzliche Verkehr aufgrund der Sperrung der A 57 bei Dormagen? Lässt die angespannte Lage auf den Umleitungsrouten A 3 und A 59 ein weiteres Verkehrshindernis auf der "Ausweichstrecke" B 8 überhaupt zu? "Wir haben darüber auch im Landesbetrieb diskutiert und sind zu dem Schluss gekommen: Der ,Störfaktor' Baustelle in diesem Bereich ist zu verschmerzen. Wir sollten es auf jeden Fall einmal versuchen", erklärte Giesen gestern auf RP-Anfrage. Zum einen handele es sich um jeweils "nur kurze Sanierungsstücke", zum anderen sei die B 8 vom Ausweichverkehr hauptsächlich erst ab der A 542-Anschlussstelle nordwärts betroffen.

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"Sollte es auf der A 3 oder der A 59 zu Zwischenfällen kommen, durch die sich die Verkehrslage in diesem Bereich zuspitzen würde, stehen wir Gewehr bei Fuß, um die Situation zu entspannen." Von jetzt auf gleich ginge dies jedoch nicht, da eine abgefräste Fahrbahn nicht so ohne weiteres für den Verkehr freigegeben werden kann. Allerdings könnte der Landesbetrieb die Baustelle nach Fertigstellung eines 150-Meter-Abschnitts räumen, falls wirklich ein Verkehrskollaps drohte.

Blickt man auf den Kölner Ring und die A 59, ist solch ein Szenario nicht völlig aus der Luft gegriffen. Auf der Umleitungsstrecke sind derzeit kilometerlange Staus an der Tagesordnung. So war es am Mittwochmorgen nach einem Unfall zwischen der Abfahrt Richrath und dem Kreuz Monheim-Süd, so war es am Abend zwischen den Autobahnkreuzen Leverkusen-West und Monheim-Süd.

"Etliche Pendler und auch Lkw-Fahrer weichen deshalb auf die B 8 aus, auch in Reusrath", hat Tobias Müller vom gleichnamigen Partyservice beobachtet. Der Vielfahrer, dessen Betrieb direkt an der Straße liegt, hält die bevorstehenden Bauarbeiten nicht nur für ein Verkehrshindernis, sondern für "reine Steuergeldverschwendung". "Die B 8 ist überhaupt kein Sanierungsfall. Der Bereich vor unserer Tür wurde erst vor etwa sieben Jahren erneuert."

Beim Landesbetrieb sieht man dies anders: Anlass für die Sanierung sei zwar die Herunterstufung von einer Bundes- zu einer Landesstraße, also die Übernahme durch das Land, das sich keine reparaturanfälligen Fahrbahnen andrehen lassen will. Doch auch so habe eine Erneuerung angestanden.

Nach dem ersten Abschnitt im Stadtnorden (2010/11) und dem aktuellen im Süden ist im zweiten Halbjahr das "Mittelstück" an der Reihe. Insgesamt wird die Sanierung der gut drei Kilometer (Ex-)Bundesstraße laut Landesbetrieb rund drei Millionen Euro kosten.

(RP/rl)
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