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Langenfeld: Wie Eltern in der Schule mitentscheiden

Langenfeld : Wie Eltern in der Schule mitentscheiden

Alle Eltern kennen es: Die Elternabende, in denen alljährlich auch Klassen- sowie Schulpflegschaften gewähltwerden. Doch was ist eigentlich die Funktion dieser Gremien, vor denen sich die meisten so scheuen?

Die Schule hat begonnen. Dieser Satz ziert derzeit so manch ein Auto, doch für viele Eltern bedeutet er Stress. Denn nicht nur die Kinder müssen mehr Verantwortung übernehmen. Auch die Eltern haben ein paar Programmpunkte mehr auf ihrer Agenda stehen. Die berühmten Elternabende finden wieder statt und viele der Mütter und Väter sind - vor allem jene mit mehreren Kindern und dementsprechend vielen Treffen - genervt von den anstehenden Versammlungen, bei denen auch entschieden wird, wer Klassenpflegschaftsvorsitzender beziehungsweise -vertreter wird. "Doch bloß nicht in eine der Gremien wählen lassen!", sagen sich da viele. "Das ist viel zu viel Arbeit!" Doch die engagierten Elternteile in den einzelnen Pflegschaften leisten ganze Arbeit und haben auch recht viel Mitspracherecht im Schulsystem.

Ganze Paragraphen sind in der Schulordnung den Aufgaben der einzelnen Gremien gewidmet, welche die "Eigenverantwortung" der Schulen sichern sollen, wie es in den Grundsätzen heißt. Doch was genau wird in den verschiedenen Gremien besprochen und wie viel davon kann letztlich umgesetzt werden? "Nicht so viel Weltbewegendes", sagt Ilka Plenker, Klassenpflegschaftsvorsitzende der Klasse 4b der Grundschule Richrath-Mitte in Langenfeld. Die Eltern treffen sich zwei Mal im Jahr und besprechen dann auf Einladung der Lehrerin wichtige Anliegen. "Ich erstelle dazu schon im Voraus zusammen mit ihr ein Protokoll, dann läuft alles schneller über die Bühne", erklärt die engagierte Mutter von drei Kindern. "Manchmal kommen Eltern zu mir, deren Kinder Konflikte mit Mitschülern haben", erzählt sie. "Bei einem von meinen Kindern, das nun in der vierten Klasse ist, steht am Ende des Jahres das Abschlussfest an, das außerdem geplant werden muss", so Plenker. Mit solchen organisatorischen Dingen wende sie sich zum Teil auch an die Direktorin, freue sich jedoch auch über die Mithilfe anderer Eltern.

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Rosemarie van Laack ist ebenfalls Schulleiterin in Langenfeld und auch an ihrer Schule gibt es die drei Gremien: Aus den einzelnen Klassenpflegschaften wird wiederum jeweils ein Vertreter für die Schulpflegschaft gewählt. "Diese trifft sich halbjährlich", erklärt die Schulleiterin und verweist auf den Paragraf 72 der Schulordnung, der festlegt, dass in diesem Gremium schulinterne Angelegenheiten vorgetragen werden können.

"Durchgesetzt werden sie dann jedoch nur in der Schulkonferenz, dem wichtigsten Gremium", wie van Laack betont. Dort wird über Beschlüsse abgestimmt, die dann bei einer Mehrheit der Stimmen, die sich sowohl aus Eltern- als auch Lehrervoten zusammensetzen, durchgesetzt werden. "Das könnte sogar eine Uniformpflicht sein", sagt die Schulleiterin der Paulus-Schule.

Wer als Elternteil sein Amt nach einer geheimen Wahl angenommen hat, der muss dieses für ein ganzes Schuljahr ausüben. "Das bedeutet aber keinesfalls, einen Zweitjob anzunehmen", sagt Ulrich von zur Gathen, Leiter der Peter-Härtling-Patenschaftsschule in Langenfeld. Er hat schon viele Schulkonferenzen miterlebt und freut sich immer wieder über engagierte Eltern, die man heute "immer selterner aufgrund der Doppelverdiener-Haushalte und Alleinerziehenden findet." Dennoch gelinge es immer wieder, auch große Events, wie das Sportfest zu organisieren - zu dem Pflegschaften beitragen.

(RP)