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Langenfeld/Monheim: Weltmeister-Fans feiern feste und friedlich

Langenfeld/Monheim : Weltmeister-Fans feiern feste und friedlich

Public Viewing und anschließende Jubelfahrten verliefen gewaltfrei. Vereinzelt wurden Feuerwerkskörper geworfen.

Wer in der Nacht zu Montag früh schlafen gehen wollte, brauchte schon besonders gut schallisolierte Fenster, um vor 0 Uhr etwa Ruhe zu finden. Auf den Straßen in Langenfeld und Monheim feierten die Fußballfans ausgelassen den WM-Titel mit Böllern und bengalischen Feuern. Wer im Auto saß, nahm die Hand kaum noch von der Hupe. Bis tief in die Nacht hinein wurde der Last-Minute-Sieg der deutschen Mannschaft gefeiert.

 Autokorso: Die jungen Langenfelderinnen schwenken die Fahnen.
Autokorso: Die jungen Langenfelderinnen schwenken die Fahnen. Foto: Matzerath, Ralph (rm-)

"Es ist alles friedlich geblieben, wir mussten nur wenig eingreifen", sagt Frank Sobotta, Sprecher der Polizei im Kreis Mettmann. Allerdings seien im ganzen Kreis aufgrund des Werfens von Knallkörpern Anzeigen verfasst worden. Es sei dabei aber niemand ernsthaft verletzt worden.

 Sieg: Lange haben die Fans auf das erlösende Tor zum 1:0-Sieg gegen Argentinien gewartet.
Sieg: Lange haben die Fans auf das erlösende Tor zum 1:0-Sieg gegen Argentinien gewartet. Foto: rm-

Bei den beiden größten Public Viewings in der Langenfelder Stadthalle und auf dem Monheimer Monberg gab es nach Polizeiangaben keine Vorkommnisse. Die Fans feierten laut, aber friedlich - so lautete die Bilanz. In der Langenfelder City gab es nach dem Schlusspfiff kein Halten mehr. Etwa 100 Autos beteiligten sich nach Schätzungen der Polizei am Korso über Hauptstraße, Solinger Straße und Sändchen. Nur zur Aufnahme eines Auffahrunfalls und "etlichen Ermahnungen zu verkehrskonformem Verhalten" wurde die Polizei nach Angaben des Sprechers aktiv.

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Schon um 19 Uhr hatten Hunderte von Fußballfans Schlange vor der Stadthalle gestanden. "Als sich gegen 20.30 Uhr abzeichnete, dass die Zahl derer, die Einlass begehrten, die Kapazität der Halle (sie liegt bei 1000 Stehplätzen) überschreiten würde, haben wir das laut verkündet, damit sie noch woanders unterkommen", berichtet Jörg Jorgowski, Betriebsleiter bei der Schauplatz GmbH. Man habe 300 bis 400 Fans wegschicken müssen.

Das Gros der Besucher sei Mitte 20 gewesen. "Die Damen waren im Publikum übrigens in der Mehrzahl", sagt Jorgowksi. Die Attraktivität solcher Fußballstars wie Mats Hummels sei wohl nicht zu unterschätzen. Wie er den Gesprächen entnommen habe, verfügten manche weiblichen Fans auch über einen hohen Sachverstand und fieberten richtig mit. "Die Stimmung war super, es war ruhig, wir hatten keine einzige Schlägerei." Argentinische Fahnen habe er allerdings auch nicht im Publikum ausgemacht. 15 Kräfte einer Security-Firma sorgten für Ordnung und unterzogen eingangs jeden Besucher einer Leibesvisitation. "Damit niemand pyrotechnisches Spielzeug einschleppt." Als das Tor in der 113. Minute fiel, lagen sich alle so erleichtert und beseelt in den Armen, dass sogar die Konfettikanone zur Nebensache wurde.

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Friedlich blieb es auch in Monheim, wo indes vor dem Spiel Unbekannte am Rathausplatz Flaschen und Steine in Richtung eines Polizeiautos geworfen hatten - ohne es zu treffen. Die Fans auf dem Monberg harrten unter freiem Himmel wacker vor den beiden Bildschirmen aus - trotz Regens, der besonders zur Verlängerung heftig wurde. Doch dann kam das erlösende Tor. Mit Böllern und Bengalischem Feuer jubelten die Fans. Rund um den Busbahnhof schlängelte sich der Monheimer Autokorso. Die Polizei ließ die Fans gewähren, die bei allem Jubel friedlich blieben.

(elm/mei/og/wie)