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Baumberg: Weiter stricken für den guten Zweck

Baumberg : Weiter stricken für den guten Zweck

Die Strickrunde aus "Margitta's Wollkörbchen" spendet selbst gemachte Socken, Mützen und Teddybären für die Tafel.

Immer wieder mittwochs ist es voll in "Margitta's Wollkörbchen" – und zwar so voll, dass in dem kleinen Ladenlokal an der Hauptstraße kaum noch Platz ist. In den bis zur Decke reichenden Regalen sind unzählige Wollknäuel gelagert. Der Stoff ist in allen Farben vorrätig. Nebenan ist eine kleine Theke, an der Lotto gespielt werden kann. Eigentlich ist der urige Laden Kiosk und Fachgeschäft für Wolle zugleich. Es riecht nach frisch gebrühtem Kaffee. Auf Wunsch serviert Inhaber Peter Stock seinen Gästen auch Latte Macchiato. Die Atmosphäre ist locker und freundschaftlich. Es ist immer Zeit für ein kleines Schwätzchen über Gott und die Welt.

Das bestimmende Geräusch allerdings ist das kontinuierliche Ticken und Klickern von Stricknadeln. Rund zehn Damen kommen regelmäßig, um aus losen Fäden ansehnliche Stücke zu machen – mit Erfolg. Fünf Kartons voll mit Socken, Pullovern, Teddybären und Mützen haben sie im Laufe des Jahres "erstrickt". Nun spenden sie ihre bunten Erzeugnisse an die Tafel des Katholischen Vereins für Soziale Dienste (SKFM). Dort sollen sie vor allem Kindern aus armen Familien zugutekommen. "Wir haben lange für die Initiative Handarbeit gestrickt", erzählt Waltraud Grund. "Von dort aus wurden unter anderem karitative Projekte in den ärmsten Ländern der Welt unterstützt. Das war eine gute Sache."

Vor zwei Jahren jedoch vollzog der Verband einen Kurswechsel. Seitdem wird auch die Tafel in Berlin beliefert. "Wenn wir schon eine Aktion in einem vergleichsweise reichen Land wie Deutschland fördern wollen, dann unsere Tafel hier vor Ort", betont Grund, die vor einigen Jahren den Strick-Kreis initiiert hat. "Deswegen machen wir auch fast nur Kinderkleidung und Kuscheltiere. Es gibt genügend Bedürftige in Monheim, die sich darüber freuen." Man müsse daher nicht nach Berlin schauen, sondern eher in die eigene Stadt. Bereits im vergangenen Jahr gab es eine entsprechende Spende an die Tafel des SKFM. "Das ist als Winterkleidung für Kinder gedacht", erklärt Christel Löw aus der strickaffinen Runde. Sie war in den Sommerferien auch regelmäßig dabei, als im Rahmen einer RP-Aktion die Skulptur "Glückliche Familie" vor dem Monheimer Tor "bekleidet" wurde.

"Ich denke, dass sich viele Familien über die Sachen freuen werden." Wie viele Arbeitsstunden dahinter stecken, kann die Rentnerin nicht schätzen. "Auf jeden Fall mehrere hundert", sagt die Baumbergerin. Für den SKFM und Manfred Poduschnick, der ehrenamtlich die Monheimer Tafel organisiert, kommt die Spende sehr gelegen. "Wir haben etwa 120 Personen, die jede Woche zu uns kommen, um sich versorgen zu können – alleine in Monheim", erzählt er. Aus Baumberg kommen nach seiner Schätzung nach knapp 30 Personen hinzu. Dahinter verbergen sich auch Familien mit Kindern. Den Tatendrang des Strickerinnen findet er daher genau richtig: "Nicht reden, sondern machen ist die Devise. Das ist der beste Weg, um Menschen in Not zu helfen."

(dora)