Langenfeld: Wasserturm wird Wohnhaus

Langenfeld: Wasserturm wird Wohnhaus

Das unter Denkmalschutz stehende Bauwerk von 1935 soll neu belebt werden. Noch stehen ein Gutachten und Abstimmungsgespräche aus.

Seit 1935 überragt er Stefenshoven — der aus Backsteinen gemauerte Wasserturm. Seinerzeit war er Am Schiefers Grund zur Versorgung der Großgärtnerei Jacobi errichtet worden. Die Gärtnerei gibt es nicht mehr, längst hat der Turm ausgedient, seit 2005 gilt er als Baudenkmal. Doch er soll wiederbelebt werden. Die Baufirma Paeschke Immobilien hat als Eigentümerin Großes mit ihm vor: In den oberen vier Etagen soll eine exklusive Wohnung entstehen, berichteten die Paeschke-Mitarbeiter Hendrik Marcial und Oliver Sachs der RP. Da ein Aufzug aufgrund des Denkmalschutzes nicht möglich sei, sollten die künftigen Eigentümer dieser exklusiven Herberge mit Fernsicht gut in Form sein und beim Treppensteigen keine Probleme haben. In einem zweigeschossigen Anbau sollen drei weitere Wohnungen entstehen.

Der ursprünglich für 2013 ins Auge gefasste Baubeginn musste verschoben werden. "Es steht noch ein Gutachten zur Standsicherheit aus", nannte Sachs einen der Gründe. Die Bausubstanz sei in nicht so gutem Zustand, außerdem sei die Abstimmung des von Architekt Mario Helbig ausgearbeiteten Entwurfs mit dem Denkmalschutz im Detail sehr aufwändig. Grundsätzlich hat das Rathaus nichts gegen eine Wohnnutzung in dem ehemaligen Zweckbau einzuwenden. Dieses Vorhaben war Teil einer 2010 im Stadtrat beschlossenen Siedlung, zu der direkt daneben zehn neu errichtete Eigenheime gehören.

  • Visualisierung : Wasserturm am Wadenberg

Neben dem städtischen Denkmalschutz sind auch die Denkmalpfleger des Landschaftsverbands Rheinland (LVR) in diesem Verfahren beteiligt und haben bei den anstehenden Arbeiten ein Auge auf etwaige Veränderungen und Materialwahl. Das heute mit dem Turm verbundene Gebäude steht nach Macials Angaben nicht unter Denkmalschutz, wird abgerissen und macht Platz für den zweigeschossigen Anbau. Es sei ein optischer Mix aus historischem Turm und modernem Nachbargebäude angestrebt, betont der Paeschke-Verkaufsleiter. Architekt Helbig aus Weimar sei auf Modernisierungen denkmalgeschützter Häuser spezialisiert.

Nach dessen Entwurf soll ganz unten im Wasserturm der gemeinsame Zugang zu den drei Wohnungen im Anbau sein sowie zu der vierten, die sich über die vier oberen Etagen des Wasserturms erstrecken wird. Aufgrund des Denkmalschutzes ist einerseits kein Aufzug möglich und ist andererseits neben den heutigen Fensteröffnungen auch der markante Treppenaufgang zu erhalten, der seit jeher die Fassade prägt und der künftig zu der oberen Wohnung führen wird. Macial: "Auf vier Etagen liegen dort übereinander Küche, Wohnzimmer, Arbeitszimmer und — zum Sternegucken ganz oben — das Schlafzimmer."

(RP)
Mehr von RP ONLINE