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Langenfeld: Wasserburg Haus Graven strahlt im Licht

Langenfeld : Wasserburg Haus Graven strahlt im Licht

Das Baudenkmal in Wiescheid wird jetzt von drei Seiten beleuchtet. Stadt, Sponsor RWE und Förderverein feierten das Einschalten der Lichtanlage mit einem Freiluftkonzert.

Zuletzt mussten die Scheinwerfer wegen zu schwachen Lichts nachgerüstet werden – und dann drohte die "Premierenfeier" nach Starkregen auch noch ins Wasser zu fallen. Doch bis zum Abend war der Burghof von Haus Graven wieder begehbar, so dass dem Freiluft-Konzert der Langenfelder Band "Still at the Basement" nichts mehr im Wege stand. Den Höhepunkt des Abends übernahm Frank Schneider: Der Bürgermeister schaltete die neuen Lampen jenseits des Burggrabens ein, die die Wasserburg nun bei Dunkelheit regelmäßig in warm-weißes Licht tauchen werden.

"Die Resonanz bei den etwa 200 Anwesenden war durchweg positiv", freut sich Lothar Marienhagen, Vorsitzender des Fördervereins, der das Veranstaltungsprogramm auf Haus Graven organisiert und auch die Beleuchtung mit eingestielt hat. Ihm persönlich gefalle zudem der Spiegeleffekt auf dem Wasser sehr gut. Bezahlt hat die Scheinwerfer-Anlage die RWE Deutschland AG, die dafür am Gebäude und auf Druckwerken als Sponsor firmiert. Neben dem Tor der Wasserburg werden nun drei ihrer vier Seiten von je einer bodennahen Stelle aus beleuchtet. Eingesetzt wird LED-Technik. Laut Marienburg mussten Doppellampen installiert werden statt einfacher, wie zunächst geplant: "Das Licht hätte sonst kaum bis zu den Mauern gereicht und wäre zu schummrig gewesen."

Da die Wasserburg in einem Landschaftsschutzgebiet liegt, durften die Scheinwerfer nicht in der Höhe montiert werden, um Vögel und Insekten möglichst wenig zu irritieren. "Neben der Abschirmung in Bodennähe minimiert auch die LED-Technik die Beeinträchtigung der Tiere, da Insekten auf Wärme reagieren und LEDs bekanntlich wenig Wärme abstrahlen", sagt Marienhagen. Der Naturschutz mindert allerdings auch den Beleuchtungseffekt: Die Wasserburg ist nicht so komplett in Licht getaucht, wie sie es bei einer Beleuchtung aus der Höhe wäre. Wer sich diesen Unterschied vor Augen führen möchte, der braucht sich zum Beispiel nur Monheim nachts von der anderen Rheinseite aus anzusehen. So wie es Stadtarchivar Michael Hohmeier jüngst vorm Dormagener Landgasthaus Piwipp tat: "Während der Schelmenturm in hellem Licht steht, sind bei St. Gereon lediglich Lichtränder zu erkennen." Der Schelmenturm wird von Halogenscheinwerfern aus der Höhe angestrahlt, die Kirche von unten.

Das weithin sichtbare Wahrzeichen – darum gehe es bei der Wasserburg-Beleuchtung aber auch gar nicht, sagt Vereinschef Marienburg. Und will damit zugleich Kritik die Spitze nehmen, wie sie von RP-Leserin Gabriele Klotz aus Wiescheid geäußert wurde: Haus Graven liege nicht an hervorgehobener Stelle, sondern eher versteckt – "niemand außer den unmittelbaren Nachbarn würde eine Beleuchtung überhaupt wahrnehmen". Marienburg sieht in der Neuerung vielmehr eine Art Festbeleuchtung: "Sie ist in erster Linie für die Besucher der Wasserburg-Veranstaltungen gedacht und wird auch nur bei solchen eingeschaltet, also im Schnitt ein bis zwei Mal pro Woche." Das nächste Mal schon morgen zur "Notte Italiana" mit Rossini-Arien und Antipasti.

(RP)