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Monheim: Warum belgisches Bier den Gaumen begeistert

Monheim : Warum belgisches Bier den Gaumen begeistert

Wer schon immer mal den Unterschied zwischen deutschem und belgischem Bier am eigenen Gaumen erfahren wollte, wurde am Samstagabend vom belgischen Dozenten Filip Dedeurwaerder-Haas im Zuge des kulinarischen Höhepunkts der Monheimer Europawoche mit dem Gastland Belgien in die Welt der 1400 Bierarten des Nachbarlandes eingeführt.

Eröffnet wurde der gesellige Abend vom Monheimer Europapolitiker Manfred Klein, der für die kulinarische Vielfalt der Belgier abseits von Fritten und Pralinen warb. Stellvertretend für die über tausend verschiedenen Sorten durften die Teilnehmer aus Monheim und der Umgebung sieben verschiedene Trappisten- und Abteibiere probieren. Dazu gereicht wurden typisch belgische Käsesorten wie "Herve Exquis" oder "Brugge Dentelle" und viele amüsante Anekdoten aus der belgischen Braukunst.

Dedeuwaerder-Haas, der laut eigener Aussage ungefähr 140 belgische Biere bisher besprochen hat, überraschte den deutschen Biertrinker mit Eigenarten der belgischen Bierherstellung. So berichtete er über die Abneigung der belgischen Braumeister gegen das Reinheitsgebot. Die experimentierfreudigen Belgier würzen ihre Biere gerne auch mit Gewürzen wie Koriander oder Thymian, die dem Brauprozess so früh beigegeben werden, dass sie im Endprodukt nur noch durch den Geschmack auffallen. Was in Belgien vom König offiziell erlaubt ist, kommt bei deutschen Bierbrauern einem Sakrileg gleich. Nebenbei erklärte Dedeurwaerder-Haas die rheinische Vorliebe für den Frühschoppen gleich sogar wissenschaftlich. "Die beste Zeit, ein Bier zu kosten und zu erkunden, ist gegen elf Uhr morgens, wenn die Geschmacksknospen am entspanntesten sind", lautete die Erklärung des Dozenten.

Auf den Tischen konnten die Teilnehmer die unterschiedlichsten Biergläser bestaunen, denn für jedes Bier gibt es in Belgien ein eigenes Glas.

Diese werden meist sogar von Wissenschaftlern entwickelt, um dem Bier einen optimalen Ort zu bieten. Eine Besonderheit des Abends stellte das Trappistenbier "Trappist van West-Vleteren" dar, das nur von Privatpersonen erworben werden kann und unter Androhung von Strafe nicht in den Handel gelangen darf. Und auch wenn es bei unterschiedlichen Geschmäckern verschiedene Favoriten gab, waren sich alle Teilnehmer am Ende des Abends einig, dass man belgische Biere durchaus mal genießen kann.

Übrigens: Trappistenbier darf den Namen nur tragen, wenn es drei Kriterien erfüllt: Das Bier wird unter Aufsicht von Mönchen gebraut, die Brauerei muss einem Kloster untergeordnet sein sowie der klösterlichen Betriebskultur zusagen und die Brauerei arbeitet nicht profitorientiert. Nur zehn Biere dürfen noch den Namen tragen.

Abteibiere haben ihren Ursprung in Abteien oder sind jeweils nach einem eigenen, klösterlichen Rezept gebraut.

(kles)