Langenfeld/Monheim: Wandergruppe besichtigt "Höckerlinie" am Westwall

Langenfeld/Monheim : Wandergruppe besichtigt "Höckerlinie" am Westwall

Eine Wandergruppe der Abteilung Langenfeld-Monheim im Sauerländischen Gebirgsverein (SGV) hat 70 Jahre nach Kriegsende die ehemaligen Befestigungsanlagen am "Westwall" besucht. Das nationalsozialistische Regime hatte zum Schutze der Westgrenze des "Dritten Reiches" ein auf ca. 630 Kilometer Länge verteiltes militärisches Verteidigungssystem errichtet. Erbaut wurden etwa 18 000 Bunker, Stollen sowie zahllose Gräben und Panzersperren, darunter die sogenannte "Höckerlinie".

Die Wanderfreunde aus Langenfeld und Monheim erkundeten den Westwall unter der Leitung von Heinz Rund. Bei der Besichtigung erfuhren sie auch Wissenswertes zum Kriegsgeschehen 1944/45. Im Oktober 1944 kam es zu den ersten Kampfhandlungen am Westwall. Der in dieser Zeit am stärksten umkämpfte Bereich war die Gegend um den Hürtgenwald. In dem unübersichtlichen und waldreichen Gebiet kamen bis Februar 1945 etwa 12 000 bis 19 000 deutsche Soldaten und etwa 32 000 bis 55 000 alliierte Soldaten ums Leben. "Es gibt hier unterschiedliche Zahlen - aber jeder gefallene Soldat war ein Soldat zu viel", mahnte Wanderführer Rund. Viele Hinweistafeln weisen heute auf die schrecklichen Kriegsereignisse hin, so unter anderem auch auf das Relikt "Auf Höhe 420 - Bunker 223 a". Nach den grausamen Kriegsereignissen sind große Reste des Westwalls heute wertvolle Biotopketten, in denen sich selten gewordene Tier- und Pflanzenarten angesiedelt haben. Sie sind hier ungestört, da die Betonruinen nicht land- oder forstwirtschaftlich genutzt werden können. Auch 70 Jahre danach hatte die Wandergruppe ein beklemmendes Gefühl im Rückblick auf schrecklichen Ereignisse. Ihr einhelliger Wunsch: Möge so etwas nie wieder geschehen!

(RP)