Monheim: Von der Elektrischen zur Diesellok

Monheim: Von der Elektrischen zur Diesellok

Beim gestrigen Festakt erinnerte die Sammlung von Paul-Heinz Schwieres und Gerd Beginn an die wechselvolle hundertjährige Geschichte der Bahnen der Stadt Monheim. Karl König hatte Anekdoten von feierfreudigen Straßenbahnfahrern und aufmerksamen Stammgästen beizusteuern.

Was waren das noch für Zeiten, als der elektrische Güterzug einträchtig neben der Bus-Linie 62 über die Krischerstraße rollte. Alte Ansichten wie diese hatten die Eisenbahnfreunde Paul-Heinz Schwieres und Gerd Beginn für den gestrigen Fest-Akt zum 100-jährigen Bestehen der Bahnen der Stadt Monheim auf acht Stellwänden zusammengetragen.

Vize-Bürgermeister Karl König wusste in seiner Rede manch’ Anekdote beizusteuern. Zum Beispiel von dem Fahrer der Baumberger Straßenbahn, der in den frühen 50er Jahren von der Endhaltestelle „Rheinischer Hof“ eigentlich um Mitternacht zum Betriebshof zurückfahren sollte, aber stattdessen bis 5 Uhr morgens mitfeierte und die Hochzeitsgäste („Glücklicherweise musste er auf den Schienen ja nicht lenken“) anschließend nach Hause brachte. Oder von der Haltestelle am Rathaus, wo auch der junge Druckerlehrling allmorgendlich einstieg und jeder seinen Stammplatz hatte: „Warten Se mal, der kütt noch“, hieß es dann zum Straßenbahnfahrer, wenn ein Platz leer blieb.

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Königs Großvater musste mit dem Pferdefuhrwerk noch eine Tagesreise planen, wenn er mal etwas in der damaligen Kreisstadt Solingen zu erledigen hatte. Doch bereits 1904 wurde die gleislose Bahn Monheim – Langenfeld eröffnet. Vier Jahre später wurde der Personenverkehr wieder eingestellt und am 5. Dezember 1908 die Schienenstrecke Monheim – Langenfeld eröffnet, der mit Hitdorf, Baumberg und Rheindorf weitere Verbindungen folgten. 1962 beschloss der Rat, die Straßenbahn stillzulegen und auf Busbetrieb umzustellen – 1963 wurde die Bahnen der Stadt Monheim GmbH gegründet. 1979 werden die Elektro- von den Dieselloks „Max“ und „Moritz“ abgelöst. Nachdem im Jahr darauf der VRR den Betrieb aufnimmt, an dem sich die BSM beteiligt, werden Masten und Oberleitungen demontiert. 1984 wird der neue Betriebshofs an der Daimlerstraße in Betrieb genommen; drei Jahre später beteiligt sich die BSM am VRS. Im April diesen Jahres löste Detlef Hövermann Bernd Bolesta ab, der seit 1991 Geschäftsführer der BSM war.

(RP)
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