Langenfeld : Volkshochschule muss ständig Neues bieten

Langenfeld : Volkshochschule muss ständig Neues bieten

Bei der „langen Nacht“ bot die VHS Kostproben ihres Bildungsangebots. Leiter betont: Sie dient auch seit jeher zur Lösung gesellschaftlicher Probleme.

„Wir beginnen mit sportlichem Begrüßungslachen“, lädt der Yogalehrer ein. Das bedeutet: tief einatmen und beim Ausatmen laut lachen. Wem gerade nicht nach Lachen zumute ist, wandert weiter zum nächsten Raum. Von Bauchtanz über Astronomie bis zur Textilgestaltung, für jeden ist etwas dabei. Bei der „langen Nacht der Volkshochschulen“ ist Mitmachen erwünscht. Vor 100 Jahren entstand die Volkshochschulbewegung in Deutschland. Die Verfassung der Weimarer Republik sorgte damals so für die Förderung der Volksbildung. Knapp 30 Jahre später wird die Volkshochschule in Langenfeld eröffnet. Gemeinsam mit bundesweit rund 400 anderen Institutionen feiert sie jetzt bei der „langen Nacht der Volkshochschulen“ Jubiläum.

Nicht nur Bürgermeister Frank Schneider ist zum Gratulieren in den Flügelsaal der VHS gekommen. Auch zahlreiche Dozenten und Teilnehmer, aber auch interessierte Besucher sind erschienen. Sogar Bundeskanzlerin Angela Merkel gratuliert per Videobotschaft. Die Celloklasse der Musikschule sorgt für einen musikalischen Auftakt. In Anlehnung an das noch laufende Frankreichjahr spielen sie Stücke aus dem Musical „Les Miserables“, gesanglich begleitet werden sie von vier jungen, talentierten Sängerinnen. Daraufhin ergreift VHS-Leiter Christian Fliegert das Wort. Er freut sich, dass die VHS in Langenfeld fester Bestandteil des Bildungssystems der Stadt ist. Trotz Teilnehmerschwund in den vergangenen Jahren bleibe die Wichtigkeit der Volkshochschule bestehen. „Wir sind vor allem immer dann gefragt, wenn gesellschaftliche Probleme gelöst werden sollen.“ Gerade in Zeiten der Flüchtlingskrise sei die VHS mit ihren Sprachkursen so stark freqentiert gewesen wie noch nie. Und auch jetzt ist die Nachfrage immer noch groß. Aber auch Kochkurse und Gruppenvorträge kommen sehr gut an. Dennoch sagt Fliegert: „Man kann nicht hoffen, dass die Leute einfach immer wieder kommen. Man muss ständig etwas Neues machen.“ Dazu zählt auch die Renovierung der Räumlichkeiten der VHS. Wie das Konzept genau aussehen soll, können die Besucher im Keller der Volkshochschule sehen.

Christian Fliegert sieht sich in einem stetigen Konkurrenzkampf mit anderen Freizeitanbietern. Trotzdem glaubt er daran, dass sich das Konzept der Volkshochschulen noch lange halten wird. „Wir sind wie ein Fels in der Brandung, der sich immer wieder in den Stürmen, die es in der Bildung gibt, bewähren muss.“

Nach der Begrüßung darf ausprobiert werden. Mehr als 20 kostenlose Mitmachangebote stehen den Besuchern zur Verfügung. Katharina Kropp geht schon viele Jahre regelmäßig zur VHS. Gemeinsam mit Gleichgesinnten widmet sie sich der Hardanger Stickerei und erfreut sich ihres Hobbys in netter Gesellschaft. „Man unterhält sich und lacht zusammen. Hier hilft einer dem anderen.“, so Kropp. Und das ist es auch, was die Volkshochschulen vielerorts ausmachen. Gemeinsam miteinander und voneinander lernen zu können.