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Die schwere Geburt des Kreises Mettmann: Verwaltung bleibt an der Alten Schulstraße

Die schwere Geburt des Kreises Mettmann : Verwaltung bleibt an der Alten Schulstraße

Das Leben geht weiter - das galt auch nach der Eingemeindung Monheims und Baumbergs nach Düsseldorf. Aus der gewohnten Adresse "4019 Monheim" wurde mit Jahresbeginn 1975 "4000 Düsseldorf 24".

Nicht nur die Deutsche Bundespost vollzog rasch die Anpassung an geänderte Ortsbezeichnungen und Gebietsgrenzen, auch die Kommunalverwaltung wurde sogleich umgestaltet. Schon am 2. Januar 1975 kamen Oberstadtdirektor Gilbert Just und Stadtdirektor Hermann Dornscheidt ins Monheimer Rathaus, um dort eine Nebenstelle der Düsseldorfer Stadtverwaltung zu eröffnen. Standesamt, Meldestelle und Bauaufsicht behielten ihren Sitz an der Alten Schulstraße, das Sozialamt blieb an der Heinestraße.

Leiter der Verwaltungsfiliale wurde der den Monheimern wohlbekannte Werner Bieber (1920-1995). Zudem verteilte die Landeshauptstadt an die "Lieben Neu-Düsseldorfer" ein buntes Faltblatt, das über Zuständigkeiten und Dienstzeiten informierte. Mit Argwohn reagierte Fritz Bausler (1907-1986), Vorsitzender des Baumberger Allgemeinen Bürgervereins, auf die Wurfsendung. In der abgedruckten Karte fehle die Bezeichnung "Baumberg", es sei nur von "Düsseldorf-Monheim" die Rede. "Wir sind jetzt zwar Düsseldorfer, aber wir bleiben Baumberger", so Bausler.

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Auch die Leser der RP erhielten zu Jahresbeginn etwas Neues, die "Rhein-Wupper-Zeitung". Bis dahin war die Lokalausgabe unter dem Titel "Bergische Post" erschienen. Die Redaktion blieb weiterhin in Opladen, das jetzt zu Leverkusen gehörte. Vom Rhein-Wupper-Kreis war nichts übriggeblieben, aber "die große RP-Familie an Rhein und Wupper wird durch die Gebietsreform nicht auseinandergerissen", schrieb Chefredakteur Joachim Sobotta.

Das Motto "Märchen für Erwachsene" lässt es zwar nicht auf Anhieb erkennen, aber auch beim Rosenmontagszug am 10. Februar 1975 war die Neugliederung beherrschendes Thema. Beim Sturm aufs Rathaus kapitulierte Düsseldorfs Kulturdezernent Bernd Dieckmann vor Prinz Heinz II. (van Gellecom).

(hoh)