1. NRW
  2. Städte
  3. Langenfeld

Verkaufsoffener Sonntag und mehr in Langenfeld: Frühling ist erwacht mit E-Scooter und Osterei

Viele Aktionen in der City : Langenfeld feiert Frühlingserwchen mit Rädern und Eiern

Geöffnete Läden, Ostermarkt sowie Aktionen rund um Fahrrad und Naturgärten lockten in die Langenfelder City.

Für den einen ist es die Supererfindung und der letzte Schrei. Für den anderen ist es purer Unsinn: der schicke E-Scooter von BMW. Am Sonntag werden die Elektroroller beim Aktionswochenende „Frühlingserwachen“ mächtig bestaunt. Denn seit kurzem sind sie führerscheinfrei für den Verkehr zugelassen. Christian Groterath vom Hildener Fahrradgeschäft Lampenscherf muss Fragen über Fragen beantworten. Am ADFC-Stand (Allgemeiner Deutscher Fahrradclub) gegenüber macht Horst Seidenstecker seinem Ärger Luft: „Purer Unsinn“, sagt er, „das bringt noch mehr Unordnung in den Straßenverkehr.“ Normal mit dem Fahrrad sein Ziel anzusteuern, ist für ihn die beste und sauberste Lösung.

Doch die bulligen kleinen E-Scooter sind der Renner. Groterath selbst schwärmt, wie er das Gefährt mit umgeklapptem Lenker immer dabei hat. Zum Stadtausflug nach Düsseldorf oder in den Campingurlaub nach Norwegen. „Man ist überall schnell und bequem und kann direkt vor den Läden halten“, sagt er. So ein E-Scooter ist 20 km/h schnell, wird in der Steckdose aufgeladen, kostet 2400 Euro in der Anschaffung und 30 Euro Versicherung im Jahr. „Der Absatz ist gigantisch. Jede Woche verkaufen wir eine Lkw-Ladung“, sagt Groterath.

Zweifelsohne ist viel Bewegung in dem Wochenend-Event in Langenfeld. Die AOK bietet GPS-Geräte fürs Geocaching und obendrein eine Einführung in die Technik an. Diese Art Schnitzeljagd mit dem GPS-Gerät animiert mitunter auch bewegungsfaule Kinder und Jugendliche, sich zu Fuß aufzumachen. Etwas ruhiger und kalorienträchtiger geht es in der Stadthalle beim CDU-Ostermarkt zu. Da locken ein üppiges Kuchenbüffet zum Schlemmen und danach der Rundgang durch allerlei Handgefertigtes.

Mit erstaunlich ruhiger Hand bemalt der 75-jährige Gerhard Linge aus Monheim in filigraner Feinarbeit Eier – unter anderem mit Langenfelder und Monheimer Motiven – vor den Augen des Publikums. Marienburg und Schloss Laach, Enten, Hühner und Gartenlandschaften, Hasenschule, selbst Elefanten und Löwen bringt er mit zartem Pinselstrich auf die Schale. Ein einzelnes Straußenei ist mit mehr als 70 Motiven geschmückt. „Früher habe ich groß gemalt, 15 mal 20 Meter in Aquarell“, sagt Linge, „dann passte nichts mehr in die Wohnung, und ich musste so klein wie möglich malen.“ Das schafft er heute auf einem Wachtel-Ei. „Mir macht es Spaß, hier nicht nur das fertige Produkt anzubieten, sondern auch sein Entstehen zu zeigen“, sagt der Künstler.

Ab 13 Uhr öffneten Läden im Stadtzentrum ihre Türen. Auch die Ketten schließen sich dem Event an. Immerhin findet das Frühlingserwachen auch wettertechnisch seinen Höhepunkt und lockt viele Flanierende an. Zum ersten Mal dabei ist das neue Textilgeschäft „Lieblingsladen“ in der Schoppengasse, dessen buntes Kleidungs-Angebot sich wie ein erblühter Blumenstrauß ausmacht. „Andere bieten nur Marken und Grau und Braun an, wir wagen mal was Farbenfrohes“, sagt Angelika Hoffinger. Am 16. März eröffnete sie ihr Geschäft. „Das ist ein Versuch für ein Jahr“, sagt die Geschäftsfrau, die eine weitere Filiale in Hilden und eine in Ohligs hat. „Bis jetzt sind wir zufrieden.“ Am Sonntag hat sie ihre ganze Familie eingespannt samt Ehemann Andreas, Tochter Jennifer und Enkel Marc, der die Kunden mit Kaffee und Wasser versorgen darf. „Wir finden grundsätzlich alles gut, was Menschen in die Stadt lockt. Und daher auch das Frühlingserwachen“, sagt Hoffinger.

Weniger überzeugt vom geschäftsoffenen Sonntag ist Marie Adam von Teespresso. „Ich bin wahrscheinlich zum letzten Mal dabei, wenn sich das heute nicht lohnt“, sagt sie. „Seit die Schoppengasse von allem abgeschnitten ist, ist der Aufwand für uns zu groß.“