Vergleich Abfall-/Abwasser-Gebühr '18, Hilden günstig

Kreis Mettmann : Große Gebühren-Unterschiede im Kreis

2018 ist Abfall-Entsorgung für Langenfelder etwas preisgünstiger geworden, Abwassergebühren stiegen leicht. In Monheim sank die Abwassergebühr, die Müllgebühr ist fast stabil. Bund der Steuerzahler vergleicht Städte in NRW.

Bürger in Ratingen zahlen bei der Abfallbeseitigung kreisweit am wenigsten. 149,40 Euro muss ein Vier-Personen-Haushalt dort jährlich für sein 120-Liter-Restmüllgefäß bei 14-täglicher Leerung bezahlen. Die gleiche Musterfamilie müsste als Wülfrather Bürger dagegen 354,24 Euro berappen. Das geht aus einer aktuellen Untersuchung des Bundes der Steuerzahler (BdSt) für NRW hervor, die allerdings Abfallbeträge nur für sieben der zehn Städte im Kreis Mettmann nennt; nicht Langenfeld, Monheim und Heiligenhaus (siehe Imfobox).

In Langenfeld werden 120-Liter-Tonnen nur wöchentlich geleert (Jahresgebühr: 317,16 Euro); die für 60-Liter-Behälter angebotene 14-tägliche Müllabholung kostet 126,84 Euro. In Monheim und Heiligenhaus zahlen die Bürger ihren Abfall nach dem Gewicht; die Tonnen werden am Abfuhrfahrzeug verwogen. Aktuell kostet dies in Monheim pro Kilogramm Restmüll 35 Cent, plus 39 Cent pro Entleerung.

Im Schnitt der übrigen sieben Städte im Kreisgebiet waren im Vorjahr 225,51 Euro zu zahlen. Damit zählt der Kreis Mettmann im Landesvergleich (261,21 Euro) laut BdSt zu den günstigeren Regionen. In Monheim, Erkrath, Velbert und Wülfrath stiegen die Gebühren von 2017 auf 2018 an. Ratingen veränderte die Sätze nicht, in Langenfeld und den vier übrigen Kommunen sank die Belastung.

Die Kosten, die den Kreisen bei der Entsorgung des Hausmülls entstehen, werden den kreisangehörigen Städten angelastet. Der Kreis Mettmann stellt für 2018 je Tonne Abfall eine Mischgebühr von 135 Euro (2017: 141 Euro) in Rechnung. Diese Entsorgungskosten sind in aller Regel der größte Kostenfaktor in den kommunalen Gebührenkalkulationen. Veränderungen hier haben also großen Einfluss auf die Höhe der Abfallgebührensätze und damit auch der Abfallgebühren, die der Bürger letztlich zahlen muss. Im Kreis Mettmann mindern die Erlöse aus der Vermarktung der gesammelten Papier- und Pappmengen die Mischgebühr.

Der zweitgrößte Kostenfaktor in der Abfallgebührenkalkulation der Städte sind meist das Einsammeln und Transportieren zu den Umladestationen. Eine EU-weite Ausschreibung dieser Dienstleistung ist nach Auffassung des BdSt indes kein Garant mehr für günstige Preise. Oft geben nur noch ein oder zwei Firmen Gebote ab. Langenfeld gehört zu den wenigen Städten mit einer städtischen Abfuhr. In Monheim erledigt das die Awista Logistik GmbH.

Bei den Abwassergebühren ist Hilden nach der BdSt-Untersuchung die günstigste Stadt im Kreis, vor Ratingen und Langenfeld. Monheim liegt auf Rang sieben. Die Musterfamilie des BdSt – vier Personen, 200 Kubikmeter Frischwasserverbrauch, 130 Quadratmeter vollversiegelte Fläche auf dem Grundstück – zahlt 2018 in Langenfeld eine Gebühr von 416 Euro für die Entsorgung des Schmutzwassers und 96,20 Euro fürs Regenwasser. Am teuersten ist es für Velberter (754,50 Euro). Bei der Schmutzwassergebühr ist Hilden mit 1,66 Euro je Kubikmeter die günstigste Stadt im Kreis, Mettmann mit 2,99 Euro die teuerste. Bei der Niederschlagsgebühr ist Langenfeld mit 0,64 Euro pro Quadratmeter die günstigste Stadt kreisweit.

Manche Kostenschraube bei den Gebühren steckt in den Rathäusern. Der BdSt appelliert, die Entsorgungskosten für „wilden Müll“ und das Leeren der Straßenpapierkörbe nicht in den Abfallgebührensatz zu kalkulieren, sondern aus dem kommunalen Haushalt zu refinanzieren. Bei den Abwassergebühren sollten nur die tatsächlichen Zinsen zur Finanzierung des Kanalsystems berechnet werden und nicht kalkulatorische Abschreibungswerte. Bei den Regenwassergebühren wünscht sich der BdSt, dass auch Straßenbaulastträger für die Asphaltflächen herangezogen werden.

Verbraucher können auch sparen, indem sie selbst kompostieren oder kleinere Müllgefäße wählen.

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