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Langenfeld/Monheim: Valentinstag: Wenn der Karneval Ehen stiftet

Langenfeld/Monheim : Valentinstag: Wenn der Karneval Ehen stiftet

Drei Geschichten von Paaren, die sich in der Session kennen und lieben gelernt haben.

Der Valentinstag ist der Tag der Verliebten — und er fällt beinahe jedes Jahr mitten in den Karneval. Neben Blumen, Pralinen und Schmuck müssten also eigentlich auch Kamelle ein ideales Geschenk sein. Denn in der fünften Jahreszeit lernen sich viele Menschen nicht nur kennen, sondern auch lieben.

Bei Kerstin und Torsten Schlender hatte das Schicksal seine Hände im Spiel. Anders ist nicht zuklären, wie aus den beiden ein Paar werden konnte. Als er und seine Frau sich zum ersten Mal begegneten, gastierte er mit den Monheimer Altstadtfunken in der Eifel. Danach verloren sie sich wieder aus den Augen, trafen sich aber mehrere Jahre später in Monheim wieder. "Ich kenn dich doch", sagte die heute 43-Jährige zu ihm. Sie war gerade von der Eifel an den Rhein umgezogen — und nun funkte es zwischen den beiden. Seit sechs Jahren sind sie verheiratet, und der Karneval beschäftigt die ganze Familie: Tochter Felicia (6) begleitet bereits Auftritte der Altstadtfunken, Großvater Hubert ist schon seit 40 Jahren im Verein, Kerstin sitzt mittlerweile im Damenelferrat der KG Große Monheimer, Torsten dort im Vorstand und tanzt bei den Reservisten. "In lockerer Atmosphäre lässt sich unter Gleichgesinnten natürlich leichter Kontakt knüpfen", stellt Schlender fest, "deshalb ist es kein Wunder, dass der Karneval so manche Liebe fürs Leben stiftet."

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Im Karneval kennengelernt haben sich Roman Stang (27) und Hannah Bergerhoff (23) zwar nicht direkt. Doch das Brauchtum ist aus dem Leben der beiden Langenfelder dennoch nicht wegzudenken. Ein Chat Room im Internet stiftete vor acht Jahren die Liebe. "Wir haben uns nach zwei Wochen zum ersten Mal getroffen, nach drei Wochen waren wir ein Paar", erinnert sich der amtierende Stadtkönig des Langenfelder Schützenvereins. Irgendwann trieb es ihn um, die heutige Schriftführerin des Richrather Kar-nevals-Vereins zu seiner Ehefrau zu machen, "und ich hatte mir schon die Damensitzung für meinen Antrag ausgeguckt", sagt er. Doch daraus wurde nichts. Ein Bekannter überredete ihn, die Frage schon bei der Einweihung der Prinzenburg zu stellen. "Das war durchaus spontan, ist aber am Ende gutgegangen", bemerkt Stang.

"Wir sind immer noch sehr glücklich und haben einen romantischen ersten Hochzeitstag verbracht", stellt Daniel Pitschke fest und lächelt verliebt, wenn er an seine Sabine denkt. Die beiden machten 2013 nicht nur als Hildener Prinzenpaar Schlagzeilen, sondern auch wegen ihrer Liebe zueinander. Rückblende: Vor drei Jahren lernte der Tänzer der "HKM-Boys" der KG Musketiere die Kniebachschifferin Sabine Scherf kennen. Nach der Session wurde telefoniert, es gab Treffen, und schließlich waren sie ein Paar. Ein Dreivierteljahr lang überlegte der 28-Jährige, wie er seiner zwei Jahre jüngeren Angebeteten den perfekten Antrag machen könnte und entschied sich für die Sitzung "Kölsche Ton" der KG Narrenakademie.

"Zusammen mit Sabines Lieblingsgruppe, bin ich auf der Stadthallen-Bühne vor ihr auf die Knie gegangen", erzählt Pitschke. Und: Sie hat "Ja" gesagt.

(doe)