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Monheim: Uniferm: Lichtschalter entzündet ausgeströmtes Gas

Monheim : Uniferm: Lichtschalter entzündet ausgeströmtes Gas

Ursache des Unfalls in der Monheimer Hefefabrik, bei dem ein Arbeiter schwer verletzt wurde, scheint gefunden.

Die Ursache der Verpuffung in der Hefefabrik Uniferm, bei der am Samstagmorgen ein 55 Jahre alter Arbeiter schwer verletzt worden war, scheint festzustehen. Offensichtlich war Methangas ausgetreten und hatte sich unter der Decke einer kleinen Lagerhalle gestaut, sagte Volker Klagges von der Bezirksregierung, deren Arbeitsschutz-Experten gemeinsam mit der Kriminalpolizei am Unglücksort auf Spurensuche gingen. "Als der Arbeiter die Halle betrat und das Licht einschaltete, löste wahrscheinlich der Starter der Neonröhre den Zündfunken aus." Dem Vernehmen nach hatte der Produktionsmitarbeiter den Lagerraum betreten, um etwas abzuwiegen.

Nach Angaben des stellvertretenden Feuerwehrsprechers Torsten Schlender erlitt der 55-Jährige schwere Verbrennungen und ein Inhalationstrauma. Nach notärztlicher Erstversorgung brachte ihn ein Rettungswagen in eine Kölner Spezialklinik. Mit 31 Einsatzkräften und neun Fahrzeugen war die Wehr am Samstag gegen 8.30 Uhr zum Unglücksort geeilt. Die Schadenshöhe schätzen die Kriminalisten auf mindestens 100 000 Euro.

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"Unser Augenmerk richtet sich derzeit vor allem auf unseren Mitarbeiter", sagte gestern Andreas Helweg, der eigens aus der Uniferm-Zentrale Werne ins Monheimer Werk an der Industriestraße gefahren war. "Mit seiner Familie halten wir ständig Kontakt, können zum Gesundheitszustand aber noch nichts Genaueres sagen." Unternehmens-Justiziar Helweg ist nach eigenen Angaben seit 25 Jahren für Uniferm tätig, einen solch gravierenden Arbeitsunfall habe es dort "noch nie gegeben".

Wie es dazu kam, dass infolge einer Undichtigkeit Methangas austrat, stand nach Helwegs Worten am Nachmittag noch nicht fest. "Wir arbeiten mit Nachdruck an einer umfassenden Aufklärung und kooperieren dabei eng mit den zuständigen Behörden." Das Betriebsmittel-Lager, in dem sich das explosive Gasgemisch gesammelt hatte und dann beim Einschalten der Deckenlampe verpufft war, liegt neben der werkseigenen Biogasanlage. Neben dem 55-Jährigen sei bei dem Unglück kein weiterer Mitarbeiter verletzt worden. Weil auch keine Gefährdung zu befürchten sei, lief nach Helwegs Worten der Betrieb gestern wie gewohnt. "Die Hefeproduktion kann unvermindert weitergeführt werden."

Uniferm gilt als einer der führenden deutschen Hersteller für Bäckerei-Rohstoffe. Die Wurzeln des Unternehmens gehen auf das Jahr 1737 zurück, als in der Hefefabrik Moormann in Werne die Produktion begann. Die Firma Uniferm entstand 1975 aus einem Zusammenschluss mehrerer Fabriken. Hefe wird im Monheimer Werk hergestellt, das mit seinem markanten "Mäuseturm" im südlichsten Stadtzipfel nahe der Ortsgrenze zu Leverkusen-Hitdorf liegt. In Werne und in einem nördlich von Hamburg gelegenen Werk werden Butterbackfette, Fermentationsprodukte, Backmittel für Brot/Brötchen und feine Backwaren sowie Trennmittel produziert. Mit 350 Mitarbeitern setzt Uniferm nach Firmenangaben jährlich 100 Millionen Euro um.

(RP)