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Unfallstatistik 2019 im Kreis Mettmann: Polizei beklagt Anstieg von Unfallflucht

monheim/langenfeld : Polizei beklagt Anstieg von Unfallflucht

Die Polizei hat am Dienstag die Unfallstatistik 2019 für den Kreis Mettmann vorgelegt. Die Gesamtzahl der Unfälle ist leicht gestiegen. Es gab zwei Verkehrstote in Langenfeld, keinen in Monheim.

Zwei Menschen sind im vergangenen Jahr nach Verkehrsunfällen in Langenfeld gestorben: Eine 89-jährige Fußgängerin war im August beim Überqueren der Bachstraße ebenso von einem Auto erfasst worden wie im Dezember ein 43-jähriger Motorradfahrer nach einem Sturz an der Haus Gravener Straße. Bei 188 Unfällen in Langenfeld und 87 in Monheim wurden Menschen verletzt. Das geht aus der Unfallstatistik 2019 der Kreispolizei Mettmann hervor, die Landrat Thomas Hendele am Dienstag vorlegte. Insgesamt wurden in den zehn kreisangehörigen Städten 14.411 Verkehrsunfälle polizeilich gemeldet – 251 mehr als im Vorjahr.

Tendenziell sind die Zahlen leicht rückläufig: 2019 verunglückten im Kreisgebiet 1750 Menschen, 42 weniger als im Vorjahr. Die meisten Unfälle mit Verletzten gab es in Ratingen (310), Velbert (223), Hilden (219) und Langenfeld (188). Weniger Unfälle mit Verletzten als in Monheim (87) gab es letztes Jahre nur in Wülfrath (53) und Heiligenhaus (68). Von den Verunglückten wurden laut Polizeistatistik 324 Menschen schwer und 1417 leicht verletzt. Neun Menschen starben im Kreisgebiet – zwei mehr als 2018. Neben den beiden eingangs genannten tödlichen Unfällen in Langenfeld gab es weitere drei in Ratingen, zwei in Mettmann und jeweils einen in Wülfrath und Erkrath. Sechs der Toten waren älter als 65 Jahre. Dennoch ist rein statistisch im Vergleich eine Verletzungsgefahr bei Unfällen im Kreis Mettmann um rund 17 Prozent niedriger als im Landesdurchschnitt.

Hendele beklagte bei der Präsentation die steigenden Zahlen der Verkehrsunfälle mit Fahrerflucht. Diese sind im Vergleich zum Vorjahr um 9,8 Prozent gestiegen. „Das ist ein asoziales Verhalten, das wir nicht akzeptieren können“, sagt der Landrat. 2019 gab es im Kreis Mettmann insgesamt 4012 Unfallfluchten – die meisten davon in Ratingen (804). In Langenfeld waren es 477, in Monheim 266 Fälle. „Es handelt sich dabei nicht um ein Kavaliersdelikt, sondern es ist im hohen Maße kriminell“, betont auch der Leitende Polizeidirektor Manfred Frorath. Wer einen Unfall begeht, der müsse mindestens 30 Minuten vor Ort bleiben – auch bei einem Blechschaden.

Zudem habe die Zahl der illegalen Autorennen zugenommen: 2018 registrierte die Polizei noch neun Fälle in Kreisgebiet, 2019 waren es 22 illegale Rennen.

Die Zahl der verunglückten Fußgänger stieg kreisweit im Vergleich zum Vorjahr von 216 auf 262. Die meisten Fußgängerunfälle gab es in Ratingen (63), 33 waren es in Langenfeld, zwölf in Monheim. Zunehmend spielen Unfälle mit Rad- und auch E-Bike-Fahrern eine Rolle: Von den insgesamt 447 Unfällen 2019 waren die meisten in Hilden (101) und Ratingen (99); 73 waren es in Langenfeld (2018 noch 92), 37 in Monheim (2018: 54).

In Langenfeld verunglückten 2019 insgesamt zwölf Kinder (bis 14 Jahre), 38 junge Erwachsene (bis 24 Jahre) und 34 Senioren (ab 65 Jahre); in Monheim 13 Kinder, neun junge Erwachsene und 21 Senioren.

In Hinblick auf die Schwere der Verletzung spiele vor allem die Geschwindigkeit eine Rolle, betont Frorath. Dennoch müsse die Verhältnismäßigkeit gewahrt bleiben, betont Landrat Hendele. Ein großflächiges Tempo 30 nütze nichts, wenn sich keiner daran halte.