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Langenfeld: Umweltzone: Grüne Plakette ab 1. Juli

Langenfeld : Umweltzone: Grüne Plakette ab 1. Juli

Zu viel Stickstoffdioxid in der Luft. Ab Juli dürfen auch Dieselfahrzeuge mit gelber Plakette nicht mehr einfahren.

Die Bestimmungen für die Anfang 2013 ausgewiesene Umweltzone werden verschärft. Ab Juli dürfen in das auf der Skizze markierte Gebiet um die Schneiderstraße nur noch Autos mit grüner Umweltplakette einfahren. Für Dieselfahrzeuge mit gelber Plakette ist dieses Gewerbegebiet dann tabu. Bei einem Verstoß drohen 80 Euro Bußgeld; wiewohl das Ordnungsreferat nach eigenen Angaben bislang nur vereinzelt Knöllchen wegen fehlender Plaketten verhängt hat. "Ich hatte die Bezirksregierung schriftlich gebeten, wegen der Baustellen an den beiden Autobahnzufahrten diese Verschärfung um ein Jahr zu verschieben", sagt Bürgermeister Frank Schneider. Aber die Behörde habe dies mit dem Hinweis auf die an der Luftmessstelle Schneiderstraße weiterhin überhöhten Stickstoffdioxid-Werte abgelehnt.

Grundlage der Umweltzone ist nach Angaben des städtischen Verkehrsplaners Wolfgang Honskamp der Ende 2012 in Kraft getretene Luftreinhalteplan (siehe Infobox). Vor allem ein besserer Verkehrsfluss soll den im Gewerbegebiet gemessenen Gehalt an Stickstoffdioxid in der Luft unter den zulässigen Wert senken. Aber die geplante Grüne Welle auf der Schneider- und Bergischen Landstraße (L 403) sei trotz der abgeschlossenen Fahrbahnsanierung auf der L 403 und neuen Ampeln noch nicht möglich. "Durch die vor einem Monat an der Hardt begonnenen Arbeiten kommen von dort ja jetzt viele Linksabbieger in Richtung A 542 hinzu."

Mit der Einfahrterlaubnis in die Umweltzone ausschließlich für Fahrzeuge mit grüner Plakette verlieren Honskamp zufolge die 34 erteilten Ausnahmegenehmigungen für ansässige Gewerbetreibende und auch Privatleute erst einmal ihre Gültigkeit. Ob nun neue Anträge von Autobesitzern mit gelber Plakette im Rathaus eingehen, werde sich zeigen. "Manche machen das erfahrungsgemäß erst auf den letzten Drücker." Indes geht Honskamp davon aus, dass die ansässigen Betriebe bei Neuanschaffungen auch auf die Abgaswerte achten. "Vor allem die Firmen mit größerem Fuhrpark dürften von der verschärften Bestimmung weniger betroffen sein als kleine Familienbetriebe."

Davon geht auch Dr. Oliver Neuhoff aus, der Verkehrsdezernent der Industrie- und Handelskammer. "Bevor die Umweltzone in Langenfeld eingerichtet wurde, hatten wir dort mit Betrieben gesprochen." Dass die Bestimmungen zum 1. Juli wie in Umweltzonen anderer Städte verschärft werden, sehe die IHK kritisch. "Wir sind für gute Luft. Aber andere Maßnahmen wären wirksamer." Neuhoff sieht Probleme vor allem auf kleinere Firmen zukommen, deren Fahrzeuge auf Kurzstrecken viele Jahre ihren Dienst leisten. "Wegen Spezialaufbauten ist die Anschaffung oft sehr teuer. Auch Kurierfahrer können sich nicht ständig neue Fahrzeuge anschaffen. In ein paar Wochen werden wir sehen, wie sich das auswirkt."

(RP)