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Langenfeld: Umweltzone: bisher keine Kontrollen

Langenfeld : Umweltzone: bisher keine Kontrollen

Seit Januar dürfen Fahrzeuge mit Motor im Gebiet zwischen Hardt, Winkelsweg, Industriestraße und A 3 nur noch dann unterwegs sein, wenn sie eine grüne oder gelbe Umweltplakette haben.

Die Umweltzone ist inzwischen komplett eingerichtet. An elf Stellen wird bei der Einfahrt auf die Umweltzone hingewiesen. Vorwegweiser bereiten auswärtige Fahrer darauf vor, dass eine Umweltzone zu erwarten ist. 35 Ausnahmegenehmigungen hat die Stadt Langenfeld bislang für Autofahrer ausgestellt, deren Fahrzeuge den Anforderungen einer Umweltzone nicht entsprechen und nicht mehr umgerüstet werden können. "Das sind schwerpunktmäßig Anwohner", erläutert Franz Frank, stellvertretender Leiter des Referats Umwelt, Verkehr, Tiefbau. "Leute, die in der Umweltzone wohnen und deren Fahrzeug weder eine grüne noch gelbe Plakette hat, haben zur Umrüstung ein halbes Jahr Zeit", fügt der Verkehrsplaner hinzu.

Die Polizei bleibt ihrer Ankündigung treu, dass sie nach dem Start der Umweltzone sicher keine Leute postieren werde, um mögliche Verstöße gezielt zu ahnden. Das hatte Polizei-Pressesprecher Ulrich Löhe kurz vor der Einführung der Zone erklärt. Und dabei ist es auch geblieben. "Wir haben bislang keine gezielten Kontrollen durchgeführt", bestätigt der Langenfelder Wachleiter Hubert Ibisch. Wenn es eine Verwarnung gegeben habe, sei dies eher zufällig geschehen. Allerdings: "Wer erwischt wird, zahlt vierzig Euro und bekommt einen Punkt in Flensburg", warnt der Wachleiter.

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Auch der städtische Ordnungsamtsleiter Christian Benzrath hat keine Kontrollen für dieses Gebiet angeordnet. Bei Überprüfungen, ob Autos rechtmäßig parken, würden seine Außendienstmitarbeiter innerhalb der Umweltzone auch die Aufkleber im Blick haben. "Aber nur deswegen habe ich noch niemanden geschickt."

Auch in den Firmen scheint die Einrichtung der Umweltzone keine Irritationen auszulösen. "Mir ist das Schild natürlich aufgefallen", sagt Manuela Romahn, Manager Public Relations bei Orthomol. "Unsere Fahrzeuge sind jedoch alle auf aktuellem Stand", fügt sie hinzu, "so dass keiner bei der Einfahrt in das Gewerbegebiet ein Knöllchen befürchten muss." Darüber hinaus liege die Anlieferung außerhalb der Umweltzone. Wer etwas für Orthomol liefere, kommt über die Elisabeth-Selbert-Straße zu dem Hersteller von Vitaminpräparaten. "Hier hat es keine Probleme gegeben", sagt Romahn. Nachfragen bei anderen Unternehmen haben lediglich Schulterzucken hervorgerufen: Umweltzone?

Grundlage der bundesweit 50. Umweltzone ist nach Angaben der städtischen Verkehrsplaner Wolfgang Honskamp und Frank der gerade in Kraft getretene Luftreinhalteplan. Frank: "Er soll zusammen mit einer Grünen Welle ab 2013 auf der Schneider- und Bergischen Landstraße den an der Schneiderstraße gemessenen Gehalt an Stickstoffdioxid in der Luft unter den zulässigen Wert senken."

Im vergangenen Jahr lag an der Schneiderstraße der amtlich gemessene Stickstoffdioxid-Gehalt (NO2) mit 52 Mikrogramm pro Kubikmeter deutlich über dem zulässigen Grenzwert (40). Weil ein Linksabbiegeverbot für Lkw und Halteverbotsschilder um die Messstelle daran wenig änderten, forderte die Bezirksregierung ein Bündel von Vorschlägen ein, die den NO2-Wert in dieser Zufahrtsstraße zum beiderseits gelegenen Gewerbegebiet unter den Grenzwert senken sollen.

Kontrolliert wird der Wert einmal im Jahr vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV). Dieses Ergebnis müsse zunächst abgewartet werden, um den Erfolg der neuen Umweltzone richtig einzuschätzen, sagt Verkehrsplaner Frank.

(RP)