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Langenfeld: Umweltzone: Ab Juli nur mit grüner Plakette

Langenfeld : Umweltzone: Ab Juli nur mit grüner Plakette

Ab Mitte nächsten Jahres gilt das Fahrverbot in der Umweltzone nördlich der Hardt auch für Autos mit gelber Plakette.

Am Luftreinhalteplan der Bezirksregierung Düsseldorf für Langenfeld ist nicht zu rütteln. Liegen die Messwerte für Stickstoffdioxid (NO2) an der Schneiderstraße weiter über dem zulässigen Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter, tritt die nächste Stufe der Gegenmaßnahmen in Kraft. Dazu zählt eine Ausdehnung des Fahrverbots auch auf Kraftfahrzeuge mit gelber Umweltplakette. Für die Langenfelder Umweltzone nördlich der Hardt bis zum Winkelsweg zwischen Industriestraße und A 3 wird dies zum 1. Juli 2014 wirksam werden. Darauf machte jetzt die GTÜ Gesellschaft für Technische Überwachung aufmerksam.

Neben Langenfeld stellen laut GTÜ zur Mitte des neuen Jahres 18 weitere Städte in NRW auf Stufe 3 — nur noch grüne Plakette — um, darunter Köln, Neuss, Remscheid und das komplette Ruhrgebiet. Bisher mussten aus der hiesigen Umweltzone in Immigrath lediglich Autos mit roter oder gar keiner Umweltplakette draußen bleiben.

Eingerichtet wurde die Umweltzone zu Jahresbeginn. Grund waren die an der Messstelle Schneiderstraße ermittelten NO2-Werte: Sie liegen seit Jahren über dem zulässigen Grenzwert von 40 Mikrogramm/Kubikmeter. Nach Angaben von Franz Frank vom städtischen Verkehrs- und Umweltamt pendeln sie um die 50: 2008 wurden im Durchschnitt 48 gemessen, 2009 52, 2012 50. Im zu Ende gehenden Jahr lagen sie zuletzt bei 49, ein abschließendes Ergebnis steht aber noch aus.

Haben die bisherigen Fahrverbote also überhaupt nichts gebracht? Für eine Bewertung sei es noch zu früh, heißt es dazu im Rathaus. Dort erhofft man sich aber ohnehin von einer Verbesserung des Verkehrsflusses mehr Wirkung als vom Ausschluss von Autos mit schlechteren Abgaswerten. Grund: Neun von zehn zugelassenen Wagen tragen bereits die grüne Plakette. Zumindest im Kreis Mettmann. "Nach den aktuellsten Zahlen, die uns vorliegen, waren dies im Jahr 2011 insgesamt 246 000", sagt Frank. Zum Vergleich: Mit Gelb waren 23 800 Autos unterwegs, mit Rot lediglich 5950, und 5000 hatten gar keine Umweltplakette. Das bedeutet auch: Von der Verschärfung des Fahrverbots zum 1. Juli werden nur etwa acht Prozent der im Kreis Mettmann zugelassenen Fahrzeuge negativ betroffen sein. Für alle anderen ändert sich nichts.

Für das Einhalten der Messwerte entscheidender als die Verdrängung auch der Gelbplakettierten könnte sich die Grüne Welle auf der Kronprinz- und der Bergischen Landstraße bis zur Auffahrt zur A 542 erweisen. Sie wird derzeit vorbereitet und soll nach Fertigstellung der Umbaumaßnahmen auf der Bergischen Landstraße eingeführt werden. Die zweite und abschließende Etappe dieser Bauarbeiten wird laut Landesbetrieb Straßen.NRW im Frühjahr in Angriff genommen.

Gewerbetreibende und auch Privatleute, die in der Umweltzone ansässig sind, können eine Ausnahmegenehmigung in Sachen Fahrverbot beantragen — so sie durch selbiges unverhältnismäßig hoch belastet würden, etwa durch einen erzwungenen Fahrzeugwechsel. "Diese Möglichkeit wurde bisher aber nicht sonderlich stark in Anspruch genommen", sagt Frank und spricht von etwa 30 Ausnahmegenehmigungen.

Und Verstöße gegen das Fahrverbot? "Gab es, was Feststellungen durch den städtischen Ordnungsdienst betrifft, seit Jahresanfang nur vereinzelt", sagt Ordnungsamtschef Christian Benzrath. In der Regel habe es sich um Autos gehandelt, die "erkennbar alt" waren. Spezielle oder zusätzliche Kontrollen durch seine Leute in der Umweltzone lehnt Benzrath weiter ab: "Wir sehen keinen Anlass dazu, da es das Problem massenhafter Verstöße gegen das Fahrverbot nicht gibt."

Sollten dessen Verschärfung und die Grüne Welle die NO2-Messwerte unter den Grenzwert drücken, könnte die Umweltzone laut Franz Frank eines Tages auch wieder aufgehoben werden. Andernfalls müssten weitere Maßnahmen zur Verkehrsflussverbesserung erwogen werden, zum Beispiel zusätzliche Einbahnstraßenregelungen.

Hier geht es zur Infostrecke: Zehn Fakten: Was Sie über Umweltzonen wissen sollten

(RP)