Umbau Solinger Straße in Langenfeld: Nordtor zur City wird ab April Großbaustelle

Straßenumbau : Nordtor zur City wird ab April Großbaustelle

Die Solinger Straße in Langenfeld wird ab April zwischen Rathaus und Fußgängerzone ein halbes Jahr lang umgestaltet.

„Gleich nach dem Karnevalszug“ solle dieser Umbau starten – so hatte es der städtische Verkehrsplaner Franz Frank angekündigt. Doch „gleich“ ist ein dehnbarer Begriff. „Die Arbeiten sind ausgeschrieben. Sobald die Baufirma feststeht, geht es im April los“, sagt Frank. „Im Oktober soll alles fertig sein.“ Wie die Grafik zeigt, werden auf diesem 200 Meter langen Straßenabschnitt voller Schlaglöcher die Bordsteine und Parkplätze verschwinden. Fußgänger bekommen durch die mit 1,4 Millionen Euro veranschlagte Neugestaltung mehr Platz und eine verschönerte Bummelmeile.

„Erst im April? Na gut, Hauptsache ist, dass endlich überhaupt etwas passiert“, meint Obst- und Gemüsehändler Sven Lucht. „Seit zehn Jahren wurde es uns versprochen, dass gleich nach dem Bau des Marktkarrees endlich auch das so lange vernachlässigte Nordtor zur City erstrahlen soll.“ Der dringende Handlungsbedarf liegt vor der Tür seines Bioladens „Rheinkiesel“: Auf dem allzu schmalen Bürgersteig kommen sich Fußgänger und Radler, die dort eigentlich nicht mehr fahren dürfen, ins Gehege. Daneben rumpeln Autos über eine unzulänglich geflickte Fahrbahn. Im Vergleich zur Fußgängerzone und zur verkehrsberuhigten Hauptstraße fällt die Solinger Straße auf dieser Hauptachse durch die City qualitativ ab. „Wir Ladeninhaber bedauern natürlich den Wegfall der für schnelle Einkäufe wichtigen Parkplätze“, sagt Lucht. Dennoch sehe er die Umgestaltung positiv. „Allerdings macht uns die vor uns liegende Großbaustelle auch etwas Angst.“ Ähnlich äußert sich Petra Schultz von der ebenfalls dort ansässigen Hubertus-Apotheke. „Wichtig ist, dass die Fußgänger in den kommenden Monaten nicht allzu sehr beeinträchtigt werden. Es kommen zu uns ja auch viele Kunden mit Rollatoren.“

So soll die Solinger Straße bald aussehen. Foto: Grafik/Podtschaske

Referatsleiter Frank zufolge werden die Arbeiten bei laufendem Verkehr ohne Vollsperrung erfolgen; wie zuletzt beim Umbau der Solinger Straße zwischen Rathaus und Bahnunterführung. Indes werde es innerhalb der Baustelle durchgängig eine Einbahnregelung vom Rathaus in Richtung Fußgängerzone geben, die dann von der einen auf die andere Fahrbahnseite wechsele. „Wie die aus der Marktkarree-Tiefgarage an der Friedhofstraße kommenden Autos rollt der Verkehr dann weiter über die Johannesstraße ab und verzweigt sich danach je nach Ziel.“

Lucht und Schultz bedauern, dass das Rathaus die sie selbst unmittelbar betreffenden Einschränkungen noch nicht mit ihnen besprochen hat. „Wir müssen das doch auch frühzeitig unseren Kunden mitteilen und uns für die bevorstehende Durststrecke besondere Aktionen überlegen. Zum Beispiel einen Bringdienst“, sagt Lucht. Das hat auch Schultz vor, die mit ihrem Team das 110-jährige Bestehen der Hubertus-Apotheke publikumswirksam feiern möchte.

„Solche Gespräche mit Ladeninhabern werden wir gemeinsam mit dem Citymanagement machen, sobald die Baufirma feststeht“, kündigt Frank an. „Dann können die Händler etwa auf ihre Lieferzeiten und Besonderheiten hinweisen oder bei Beschwerden anrufen.“

Von den heute vorhandenen Bäumen werden laut Frank nur die beiden auf der Verkehrsinsel entfernt. „Dafür werden insgesamt fünf Amberbäume neu gepflanzt.“ Säulenförmige Straßenlaternen sollen asymmetrisch Gebäude und Boden beleuchten. Zudem bekommen sie allesamt Sendetechnik, um den drahtlosen Internetempfang (W-Lan) in der City zu verbessern. Dazu gibt es stählerne Bänke sowie bügelförmige Fahrradständer.

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