Monheim: Umbau der Wache kostet 18,5 Mio Euro

Monheim : Umbau der Wache kostet 18,5 Mio Euro

Der Erwerb eines Grundstücks, der Bau zweier Tiefgaragen und die lange Bauphase würden den Umbau der alten Wache verteuern. CDU kritisiert "hochgerechnete" Kosten für den Neubau, das Grundstück gehörte ja bereits der Stadt.

Die Feuer- und Rettungswache an der Paul-Lincke-Straße soll dauerhaft als Hauptstandort erhalten bleiben. Für 18,5 Millionen Euro soll das bestehende Gebäude umgebaut und erweitert werden. Um dabei den fortlaufenden Betrieb der Feuerwache sicherstellen zu können, soll dies in drei Bauabschnitten geschehen und sich — nach erfolgter Planung und Genehmigung — von 2016 bis 2020 hinziehen. Ein Neubau wäre mit kalkulierten Kosten von 19,8 Millionen Euro zumindest teurer. Das sind die Rahmendaten, die die Stadt heute dem Ausschuss für Ordnung vor Ort präsentieren wird.

Nachdem der Brandschutzbedarfsplan etliche funktionale Mängel insbesondere bezüglich der knappen Flächen offenbart hatte, hatten die Mitarbeiter der Feuerwache zunächst ein umfangreiches Raumbuch erstellt, das ihre aktuellen und künftigen Bedürfnisse abbildet. Das von der Stadt beauftragte Aachener Gutachterbüro pbs hatte dieses Raumprogramm dann aktuellen Richtlinien und Normen angepasst.

Eine erste Machbarkeitsstudie ergab, dass dieses Programm wegen der vielen Funktionen, die zwingend im Erdgeschoss liegen müssen — etwa die Fahrzeughallen und Lager — nicht auf dem vorhandenen Grundstück untergebracht werden können. Wohl aber, wenn die Stadt den angrenzenden privaten Garagenhof erwerben würde. Der Eigentümer würde sich zum Verkauf des 2000 Quadratmeter großen Grundstücks bereiterklären, wenn die 50 Stellplätze in einer Tiefgarage ersetzt würden. Sie sind an Wohnungseigentümer vermietet.

Das Gutachten von pbs weist nach, dass die 4055 Quadratmeter Bruttogrundflächen in Erdniveau auf dem so erweiterten Grundstück "grundsätzlich" machbar seien. Ein genauer Grundriss müsste noch erarbeitet werden. Allerdings sind dann die verbleibenden Freiflächen so gering, dass auch die 46 Stellplätze für die Mitarbeiter der Feuerwehr in einer Tiefgarage untergebracht werden müssten. Raum für Übungen bliebe dagegen nicht.

Möglicherweise müssten während der vierjährigen Bauphase auch Fahrzeuge anderswo abgestellt werden, so die Gutachter. Sie schlagen vor, in einem ersten Abschnitt die Tiefgarage und das zusätzliche Gebäude zu bauen. In einem zweiten Abschnitt würde dann auf dem alten Parkplatz der neue Gebäudeteil errichtet werden. In der dritten Phase schließlich würde der Altbau saniert und umgebaut werden.

Bei 18,5 Millionen Euro Gesamtkosten fallen 500 000 Euro für den Grundstücksankauf und 1,44 Millionen Euro für den Bau der zwei Tiefgaragen an. Bei den 19,8 Millionen Euro für einen Neubau rechnen die Gutachter mit einem von der Stadt vorgegebenen Anteil von knapp zwei Millionen Euro für den Grundstückserwerb (20 000 Quadratmeter). Der Vorteil eines Neubaus läge vor allem in den großzügiger bemessenen Freiflächen. "Heute baut man Wachen so, dass der einrückende Verkehr von hinten ein- und der ausrückende vorne herausfährt, so kommt man sich nicht ins Gehege", sagt der Gutachter. Die Feuerwehr würde daher einen Neubau bevorzugen. Die Gutachter führen "wirtschaftliche Aspekte" als Argument für den alten Standort an.

"Die Kosten spielen in der Abwägung gar keine Rolle, die sind nahezu gleich", sagt Michael Lobe, Bereichsleiter Liegenschaften. Die Frage sei, ob man ein Grundstück hergeben wolle, das potenziell auch Gewerbesteuereinnahmen generieren könnte. Letztlich sei das eine politische Entscheidung.

Die CDU jedenfalls will an ihrer Forderung nach einem Neubau festhalten. "So hat man nichts Halbes und nichts Ganzes", sagt Markus Gronauer. Ihm kommen die Kosten für den Neubau reichlich hochgegriffen vor. "Die Stadt will ihn einfach nicht haben". Die Hinzurechnung des Grundstückspreises sei nicht zulässig, weil die Stadt im Rheinpark gar keinen Grundstückskauf tätigen müsse. Vielmehr könnte man aber einen Verkaufserlös für den alten Standort berücksichtigen. Außerdem seien die großen Gewerbesteuerzahler gar keine großen Produktionsbetriebe mit großem Flächenbedarf, sondern eher kleine (Patent)-Abteilungen mit großen Umsätzen. "Da reicht auch ein Bürohaus", sagt er.

(RP)
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