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Über 50 ausgesezte Katzen werden in Monheim an 13 Futterstellen versorgt

Monheim : Monheimerin kümmert sich um Streunerkatzen

Mehr als 50 frei lebende Katzen gibt es in der Stadt. Vier Mitglieder des Tierschutzvereins Monheim versorgen sie an 13 Futterstellen.

Neugierig und sehr aufmerksam beobachtet die weiß-bunt-getigerte Katze jede Bewegung von Sabine Matthies. Die hat heute Leckerli dabei und ruft: „Pucki, komm!“. Pucki kommt vorsichtig näher. Die ungefähr zehn Jahre alte Katze ist eine von 23 Streunern, um die sich die Monheimerin seit 15 Jahren täglich kümmert. 365 Tage im Jahr. Im Sommer hat sie viel Zeit hier draußen verbracht. „Die sind mir ans Herz gewachsen. Ich schmuse mit den Katzen, möchte, dass es ihnen gut geht.“ Über 50 ausgesetzte Stubentiger leben an sechs Örtlichkeiten in der Stadt. Insgesamt 13 Futterstellen haben vier ehrenamtliche Helfer des Tierschutzvereins für die Tiere eingerichtet. Die sind versteckt in Gewerbegebieten, an Kleingartenanlagen oder auf abgelegenen Freiflächen.

Das Engagement der Tierfreundin, die selber einen Hund und vier Katzen hat, begann eher zufällig. Bei einem Feld-Spaziergang mit ihrem Vierbeiner lief Sabine Matthies eine Kätzin samt Nachwuchs über den Weg, die kläglich und hungrig maunzte. „Da konnte ich nicht anders. Ich musste mich kümmern“, sagt sie. Das liege wohl in der Familie. Ihr Vater hätte genauso gehandelt.

Einige Zeit später machten Bekannte sie auf einen Müll-Container am Monberg aufmerksam. Dort kletterten an die 50 Katzen herum, die nach fressbaren Speiseresten suchten. Um sie zutraulich zu machen, habe sie die Tiere gefüttert und konnte so die Trächtigen später einfangen. „Ich habe sie an Tierschutzvereine und einige in Pflegestellen weiter vermittelt.“ Das Hildener Tierheim habe so viele Katzen auf einmal nicht aufnehmen können.

Immer wieder werden Hauskatzen ausgesetzt. Oft nicht zu den Ferienzeiten, sondern im Winter. „Ich kann nicht verstehen, was in den Menschen vorgeht“, schüttelt Gisela Herforth voller Unverständnis den Kopf. Die ehrenamtlichen Helfer bekämen das sofort mit, weil sie regelmäßig die Futter- und Schlafplätze aufsuchten. „Meistens sind die Tiere nicht kastriert“, berichtet die Vorsitzende des Tierschutzvereins, die alle Streuner registriert hat. Der Verein kümmere sich dann um die Kastration.

Das Futter für „ihre“ Katzen bezahlten die Ehrenamtlichen in der Regel selber. 140 bis 160 Euro kommen so bei ihr monatlich schnell zusammen, berichtet Matthies, die für jede Futterspende dankbar ist. In diesem Moment ruft Peggy Jentzsch-Gramann an. Sie ist ebenfalls Mitglied im Tierschutzverein und hat, als sie später dazukommt, den Kofferraum voll mit Kisten. In jeder stecken zahlreiche Pappkartons mit Trockenfutter. Gespendet von Privatleuten und Firmen. Die werden später an die Helfer verteilt. Gisela Herforth packt beim Umladen beherzt mit an. Muss eine Katze zum Tierarzt, hilft der Verein. „Wir geben minimale Zuschüsse“, ergänzt die Vorsitzende. Diese Ausgaben würden über die Mitgliederbeiträge oder teilweise auch über Spenden finanziert. Deshalb könne es auch nur für Mitglieder eine finanzielle Unterstützung geben. Die frei lebenden Tiere würden außerdem regelmäßig entwurmt und auf Zecken untersucht. Damit die Katzen im Winter nicht zu sehr frieren müssen, stehen an den Futterstellen Katzenhäuser. „Die sind aus Holz oder Styropor und werden mit Stroh gepolstert und mit Decken ausgelegt“, erläutert Herforth. „Das schützt auch bei Minusgraden.“

Dass die Katzen das freie Leben draußen nie frei gewählt haben, zeige sich oft dann, wenn sie in ein neues Zuhause vermittelt werden können. „Die wollen alle nicht mehr raus.“