Langenfeld: "Typisches Mitglied der CDU: Was heißt das?"

Langenfeld : "Typisches Mitglied der CDU: Was heißt das?"

In einer Serie geht die RP der Frage nach, wie jung die Politik ist. Heute: Sebastian Köpp, Mitglied der CDU seit 2007, 26 Jahre alt.

Sich auf lokaler Ebene einbringen, eigene Ideen entwickeln und das Leben in der Stadt mitgestalten — Sebastian Köpp fallen auf Anhieb viele Gründe für sein politisches Engagement ein. Der Vorsitzende der Jungen Union (JU) ist Mitglied im städtischen Kulturausschuss und springt auch ab und zu als Vertretung im Jugendhilfeausschuss ein. Das damit einhergehende lesen von seitenlangen Vorlagen der Verwaltung wirkt auf den 26-Jährigen keineswegs abschreckend — im Gegenteil. "Mir macht Politik schlicht und einfach Spaß", sagt der Langenfelder. Seine Motivation für Diskussionen, Straßenwahlkampf und ausufernde Sitzungen fasst er mit einem Wort zusammen: "Mitbestimmung".

Ein prägendes Schlüsselerlebnis für seinen Eintritt in die aktive Politik gab es nicht, dafür aber schon seit seiner Schulzeit ein Interesse für Themen, die in Berlin oder Brüssel diskutiert werden. Auf der Suche nach einer passenden politischen Heimat wird er nach seinem Abitur auf die Langenfelder CDU aufmerksam. "Die Inhalte haben sich schon damals mit meiner persönlichen Meinung gedeckt", sagt Köpp. "Ich bin dann einfach zu den Sitzungen der Jungen Union gegangen und habe mich dort gleich gut aufgehoben gefühlt."

Mit dem Eintritt in die Partei lässt sich der Student der Politikwissenschaften nicht viel Zeit. Schnell avanciert er zum stellvertretenden Vorsitzenden der JU, bevor er 2011 an die Spitze der christdemokratischen Jugendorganisation gewählt wird. Inzwischen ist er auch im Kreisvorstand des CDU-Nachwuchses. Mit den gängigen Klischees, die über das "typische" CDU-Mitglied kursieren, kann der 26-Jährige nichts anfangen: "Wer genau hinschaut erkennt schnell, dass die CDU viele verschiedene Strömungen hat, die nicht unbedingt alle erzkonservativ sind." Vor allem das Menschenbild seiner Partei gefällt dem Jungpolitiker. "In der CDU spielt Individualität eine große Rolle. Wir lassen uns nicht alle in einen Topf werfen." Die Unterschiedlichkeit der Mitglieder macht seiner Ansicht nach auch einen Teil des Reizes aus. Schließlich gehe es in der Politik immer auch um den "Ausgleich verschiedener Interessen".

Ein Blick auf die lokale politische Agenda verrät, dass es einige Themen gibt, zu der die jungen Christdemokraten eine klare Meinung haben. Die JU ist von Anfang an für den Neubau einer zweiten Gesamtschule auf dem Gelände der Felix-Metzmacher-Schule und auch die inzwischen etablierte Öffnung der alten Wasserburg Haus Graven für die Öffentlichkeit stand damals ganz oben auf der Liste. "Außerdem haben wir einige interessante Projekte zur städtischen Internetpolitik in Planung", sagt Köpp. Mehr will er vorerst allerdings nicht verraten.

Besonders freut sich der 26-Jährige, der Träger des braunen Gürtels im Judo ist und in seiner Freizeit gerne Klavier spielt, auf die heiße Phase des Bundestagswahlkampfes. Auch da werde er "voll eingebunden" sein. Ansonsten will er in diesem Jahr als Vorsitzender der Langenfelder JU bestätigt werden und auch auf Kreisebene die Spitzenposition einnehmen. "Parallel dazu will ich mein Studium abschließen und in das Berufsleben starten. Politik ist auch nicht alles im Leben."

(RP/rl)
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