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Langenfeld: Trinkwasser-Flatrate löscht den Durst

Langenfeld : Trinkwasser-Flatrate löscht den Durst

Es muss nicht immer Limonade sein: Stadtwerke und Verbandswasserwerk haben im Foyer der Kopernikus-Realschule eine Zapfsäule für frisches und kühles Wasser aufgestellt. Der natürliche Durstlöscher kommt bei den Schülern gut an.

Nach kurzem Überlegen drückt Laura auf den Knopf. Die 14-Jährige hat sich für klassisches Sprudelwasser mit Kohlensäure entschieden. Druckvoll strömt das kühle Nass in die Trinkflasche der Achtklässlerin. "Das macht für mich auf jeden Fall Sinn", findet Laura. "Jetzt müssen wir zum Beispiel in der Mittagspause nicht mehr zum Büdchen gehen, um uns etwas zum Trinken zu kaufen." Nun könne sie einfach morgens ihre Flasche füllen und sei für den Rest des Tages versorgt. "Das ist ziemlich praktisch", freut sich die Schülerin der Kopernikus-Realschule. Der Wasserspender im Foyer des Hauptgebäudes ist ein Pilotprojekt: Stadtwerke, Verbandswasserwerk und Rathaus wollen in Zukunft weitere Schulen und Kindertagesstätten mit der Zapfsäule ausstatten. Installation und Apparat haben insgesamt knapp 7500 Euro gekostet.

"Wasser ist das wichtigste Nahrungsmittel", betont Kersten Kerl, Geschäftsführer des Verbandswasserwerks Langenfeld-Monheim. "Es ist preiswert und die Qualität ist sehr hoch." Außerdem sei das frische Nass aus der Leitung allemal gesünder als zuckerhaltige Getränke wie Cola, Limo oder Eistee. "Es ist uns wichtig, dass die Kinder und Jugendlichen den Rohstoff Wasser wieder mehr zu schätzen wissen – vor allem in Deutschland, wo jeder bedenkenlos Leitungswasser trinken kann."

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Gemeint ist damit der hohe Standard, den Versorger einhalten müssen. Gemäß der Trinkwasserverordnung (TVO) muss das nasse Element von gleichbleibend guter Qualität sein. Klar, kühl sowie farb- und geruchlos sind die grundsätzlichen Attribute, die erfüllt werden müssen. Darüber hinaus gibt es eine ganze Palette von Mess- und Richtwerten – vom Schadstoffgehalt bis zu Bakterienanteilen. "Unser Wasser wird von unabhängigen Instituten einmal im Quartal chemisch, mikrobiologisch und physikalisch untersucht", unterstreicht Kerl. "Die Ergebnisse belegen, dass wir in Langenfeld und Monheim immer wieder alle Grenzwerte deutlich unterschreiten."

Der Zapfautomat im Foyer der Kopernikus-Realschule ist auf dem neuesten Stand der Technik. Es gibt verschiedene Mechanismen, um etwaige Keime abzutöten. Unter anderem spült sich das Gerät in der Nacht selbstständig mit heißem Wasser durch – aus hygienischen Gründen. Ansonsten funktioniert der Spender nur im Zusammenhang mit einer Trinkflasche, die für 12 Euro pro Jahr gekauft wird. Ein eingebauter Chip in dem Behälter stellt sicher, dass nicht jeder in die Schule kommen kann, um sich mit frischem Sprudelwasser einzudecken. "Ich denke, dass ein Euro im Monat ein vertretbarer Preis ist", meint Schulleiter Frank Theis. "Dafür können die Schüler so oft ihre Flasche auffüllen, wie sie wollen."

Bürgermeister Frank Schneider sprach bei der offiziellen Inbetriebnahme des Wasserspenders die Wichtigkeit der regelmäßigen Flüssigkeitsaufnahme für den menschlichen Körper an. "Zwei Liter solle jeder mindestens am Tag trinken – am besten sogar noch mehr. Aber das wird oft unterschätzt."

Die nun ermöglichte "Wasser-Flatrate" sei dafür genau das richtige Gegenmittel. Insgesamt besuchen 530 Kinder und Jugendliche die Realschule. Viele von ihnen sind bereits mit einer entsprechenden Trinkflasche ausgestattet. Die anderen wollen nach eigenem Bekunden schnellstmöglich nachziehen. "Im Sommer kommt das bestimmt richtig gut", sagt Viola aus der 7b. Ihre Mitschülerin Linda sieht es ähnlich: "Es muss nicht immer Cola oder Limonade sein. Kaltes Sprudelwasser löscht den Durst am besten."

(dora)