Tödlicher Streit in Monheim: Motiv weiter unklar

36-Jähriger starb : Tödlicher Streit in Monheim: Motiv weiter unklar

Die Bluttat auf der Mittelstraße in Monheim wird vermutlich ab Januar verhandelt.

Im Juli wurde Monheim von einem Verbrechen erschüttert. Bei einem nächtlichen Streit auf der Mittelstraße, der zu einer sehr harten körperlichen Auseinandersetzung eskalierte, kam ein 36-jähriger Monheimer zu Tode. Trotz intensivmedizinischer Behandlung starb er im Krankenhaus.

„Er ist an einer Stichverletzung verblutet“, bestätigt jetzt der zuständige Düsseldorfer Staatsanwalt Stefan Peters. Außerdem sei das Opfer geschlagen und getreten worden. Die Blutspuren auf Bürgersteig und Straße sprächen für ein „bewegtes Tatgeschehen“.

Bei der Ermittlung der beiden Tatverdächtigen hätten die Sozialen Medien eine nicht unwichtige Rolle gespielt. Aufgrund der sehr guten Täterbeschreibung, etwa die auffällige Frisur des einen als „südländisch“ beschriebenen Täters, habe es auf diversen Foren Hinweise gegeben, wonach es „nur die beiden gewesen sein können“, so Peters. Einige Monheimer hätten sich dann auch telefonisch bei der Polizei gemeldet. „Das hat uns sehr unter Zugzwang gesetzt, weil alle die Täter zu kennen schienen. Da kam Unmut auf.“ Er ist froh, dass es in der aufgeheizten Stimmung nicht „zu Jagdszenen“ kam.

Auch unter dem hohen Fahndungsdruck – die Haftbefehle waren bereits erwirkt – stellten sich die beiden Tatverdächtigen am 23. Juli räumten auch vor dem Haftrichter die Auseinandersetzung ein. Beide – sowohl der 38- als auch der 40-jährige Monheimer – sind bereits kriminalpolizeilich in Erscheinung getreten, mit verschiedenen Delikten, berichtet Polizeisprecherin Diana Dulischewski.

Zu Tathergang und -motiv schweigen sich die Männer weiter aus, Details müssten im Zuge der Verhandlung ergründet werden, so Peters. Nur soviel: Täter und Opfer kannten sich. Es soll in der Vergangenheit  Streit gegeben haben. Sie haben ausgesagt, dass das Zusammentreffen am 20. Juli, nachts um 3 Uhr, nicht geplant gewesen, sondern spontan erfolgt sei. Dass die Täter ein Messer mitführten, sei kein Indiz. „Das ist heutzutage leider üblich geworden“, so Peters. Also für einen Tatvorsatz nicht entscheidend. Daher werde der Tatvorwurf vorerst Totschlag lauten. Zudem beriefen sich die Täter darauf, während der Tat völlig betrunken gewesen zu sein  – was aber drei Tage nach der Tat nicht mehr nachweisbar gewesen sein dürfte.

Inzwischen sind die polizeilichen Ermittlungen abgeschlossen, daher ist jetzt der Staatsanwalt am Zug. Er muss die Anklage vorbereiten. Da die Tatverdächtigen seit dem 23. Juli in Untersuchungshaft sitzen und die maximale U-Haftdauer sechs Monate beträgt, wird die Hauptverhandlung vermutlich im Januar stattfinden.