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Tipps von Experten in Langenfeld zum Black Friday

Tipps von Langenfelder Experten : „Zum Black Friday nicht unter Druck setzen lassen“

Verbraucherberater Andreas Nawe und Schuldnerberaterin Sabine Steingass geben Tipps gegen Konsumrausch und Miesemachen. Denn am 26. November locken Schnäppchen. Konsumlustige werden mit Rabatten und Aktionen in Versuchung geführt.

In wenigen Tagen ist wieder Black Friday. Wie sehen Sie den größten Schnäppchen-Tag des Jahres?

Nawe Verbraucher sollten sich nicht von angeblichen Rabatten blenden lassen. Die angebotene Ware und auch der Preis stellen sich im Nachhinein nicht immer als Schnapper heraus. Darüber hinaus nutzen auch dubiose Händler den „Black Friday“.

Aber das ein oder andere Schnäppchen kann man doch machen, oder?

Nawe Sicherlich kann man gute Angebote abgreifen, wenn man sorgfältig vergleicht und idealerweise bereits vorher eine Vorstellung hat, wie teuer das Produkt für gewöhnlich ist. Stichproben der Verbraucherzentrale haben aber ergeben, dass die Preisreduzierungen im Schnitt statt der versprochenen 50 in Wirklichkeit oft bei unter 20 Prozent lagen und damit vergleichbar zum sonstigen Angebotsniveau sind.

Sind junge Menschen anfälliger für solche Aktionen?

Nawe Online-Shopping wird in jeder Altersgruppe genutzt. Alle Altersgruppen sind davon betroffen.

Was sind die gängigsten Fallen, in die Verbraucher tappen?

  • Eine Frau geht an einem Geschäft
    Vermeintliche Schnäppchen : Die Black-Friday-Falle
  • In Einkaufsläden und online findet am
    Konsum-Festspiele : Was man zu Black Friday und Cyber Monday wissen muss
  • 24.11.2020, Niedersachsen, Hannover: Werbung für den
    Große Handelstage zum Monatsende : Was man zu Black Friday und Co. wissen muss

Nawe An solchen Aktionstagen wird die Bedenkzeit künstlich verknappt, der Lagerbestand-Balken geht zusehends zur Neige. All das sorgt dafür, dass man übereilt eine Kaufentscheidung trifft. Die Bestellung ist schnell getätigt, der Ärger kommt mit dem Paketboten, wenn sich die Ware als überteuert oder unbrauchbar entpuppt. Wichtig: Bei Onlinegeschäften kann man den Kaufvertrag innerhalb von 14 Tagen nach Erhalt widerrufen. Dies kann aber mit Aufwand, eventuell auch mit Zusatzkosten verbunden sein. Weitaus problematischer wird es bei Fake-Shops. Wenn unseriöse Geschäftemacher mit sagenhaften Rabatten werben, kann dies für die Schnäppchenjäger mit dem Verlust des Geldes und der Ware einhergehen.

Welche Tipps haben Sie noch?

Nawe Allem voran: Kaufen Sie bewusst! Man sollte sich fragen, ob man das Produkt wirklich benötigt. Lassen Sie sich nach Möglichkeit nicht unter Druck setzen. Hinterfragen Sie die Rabattangaben: Nutzen Sie Vergleichsportale, um sich zu vergewissern, dass es sich tatsächlich um ein gutes Angebot handelt. Der Vergleich zur unverbindlichen Preisempfehlung des Herstellers (UVP) ist oft nur ein Marketing-Werkzeug. Sollten Sie ein Schnäppchen bei einem Ihnen unbekannten Shop entdeckten, überprüfen Sie den Internetauftritt, die Zahlungsarten, die Widerrufsbelehrung und das Impressum des Anbieters! Zahlen Sie nicht per Vorkasse!

Wie viele Anfragen bekommen Sie als Verbraucherberater jährlich?

Nawe Auf das gesamte Angebot der Verbraucherzentrale bezogen (Allgemeines Verbraucherrecht, Energieberatung, Umweltberatung), haben wir mit 4100 Anfragen im Jahr 2020 ein vergleichbares Niveau zum Vorjahr 2019.

Wo drückt der Schuh die Ratsuchenden besonders?

Nawe Bei Zahlungsproblemen liegt ein Schwerpunkt unsere Arbeit auf Inkassoforderungen, berechtigten wie unberechtigten.

Die Inflation nimmt Fahrt auf. Worauf sollten Konsumenten jetzt besonders achten?

Nawe Das Führen eines Haushaltsbuchs ist eine gute Möglichkeit, Einnahmen und Ausgaben im Blick zu behalten. Unnötige Mehrausgaben werden dadurch sichtbar gemacht. Übersteigen die monatlichen Verpflichtungen das Einkommen, empfehlen wir, sich frühzeitig um professionelle Beratung zu bemühen.

Für langfristige Zahlungsschwierigkeiten bietet die Stadt Langenfeld eine kostenlose Schuldnerberatung an. Hier stehen Sabine Steingass und Rene Jungen unterstützend zur Seite, wenn Betroffene Strom oder Miete nicht mehr bezahlen können, das Einkommen gepfändet, der Gerichtsvollzieher vor der Tür steht oder ein Inkassounternehmen droht.

Wie hat sich Corona auf die Schulden der Langenfelder ausgewirkt?

Steingass Genaue Ableitungen aus den Beratungszahlen während Corona zu ziehen gestaltet sich gerade für den zurückliegenden Jahreszeitraum schwierig, da es neben den Auswirkungen der Pandemie eine Änderung der Insolvenzordnung zum Jahreswechsel gab. Die bisherige Dauer eines Insolvenzverfahrens wurde auf drei Jahre halbiert. Aus diesem Grund wurden viele Regulierungen verschoben, um von den Neuerungen ab 2021 zu profitieren. Es war jedoch zu erkennen, dass viele Ratsuchende gerade die Zeit des Lockdowns genutzt haben, um sich mit ihrer Schuldenproblematik auseinanderzusetzen, was sich an einer erhöhten Anzahl an losen Anfragen bei der Schuldnerberatung zeigte.

Wie viele Anfragen bekommen Sie jährlich?

Steingass Die Zahl der Beratungsfälle 2020 ist gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegen, von 299 auf 315. Die Zahl der Neuaufnahmen lag dabei mit 124 etwas unter dem sonst üblichen Durchschnitt von etwa 136.