Langenfeld/Monheim/Hilden: Taxifahren wird Silvester zu Glücksspiel

Langenfeld/Monheim/Hilden: Taxifahren wird Silvester zu Glücksspiel

Partygänger sind jetzt schon sauer, weil sie die Droschken nicht vorab ordern können - aus organisatorischen Gründen.

Laut Mustafa Yücel gibt es genau drei Tage im Jahr, an denen es in der Taxizentrale an der Konrad-Zuse-Straße in Monheim sehr turbulent wird: der 1. Mai, Altweiber und Silvester. Letzteres sei aber am schlimmsten. "In der Neujahrsnacht wollen alle nach ihrer Feier schnell nach Hause", sagt der leitende Angestellte der Zentrale. "Das sind drei bis fünf Stunden, in denen sich alles bündelt." Für alle Beteiligten bedeute das Stress und jede Menge Arbeit. "Es ist eine Herausforderung."

Vorbestellungen nimmt kaum ein Taxi-Unternehmen für die Silvester- Nacht entgegen. Das hat laut Yücel vor allem organisatorische Gründe. "Da wir bei Bestellung des Taxis nicht wissen, wo der Zielort des Fahrgastes ist, lassen sich die Touren auch nicht genau planen." Hinzu kommen die vielen spontanen Fahrgäste, die an den Straßen auf ein Taxi hoffen. "Kein Fahrer will sich diesen Verdienst entgehen lassen." Reservierungen für den Jahreswechsel sind demnach nicht möglich, weil die Zeitpläne ohnehin kaum eingehalten werden können.

Alle 38 Wagen für Langenfeld und Monheim seien in der Nacht im Einsatz. "Vorbestellungen machen wir höchstens für langjährige Stammkunden - und auch dann nur im Ausnahmefall", sagt Yücel.

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Wer den Jahreswechsel nicht zu Hause feiert, sollte also jetzt schon daran denken, seine Heimfahrt zu organisieren. "Letztes Jahr hatten wir auch kein Taxi reservieren können. Wir haben nach unserem Anruf in der Zentrale dann mehr als eine Stunde gewartet", klagt RP-Leserin Katja Wenzel. "Sie sind schnell dabei, die Preise zu erhöhen. Aber auf den verstärkten Andrang können sie sich offenbar nicht einstellen. Das ist nicht in Ordnung."

"Bei Vorbestellungen müssten wir leer zu den Adressen fahren. Das rechnet sich in dieser Nacht nicht", sagt der Hildener Taxi-Unternehmer Oliver Herzog. "Bestellungen mache ich nur bei Stammkunden und Leuten, von denen ich weiß, die kommen sonst nicht weg, also bei Behinderten oder Älteren mit Rollatoren." Der einhellige Rat der Taxiunternehmer: "Stellen Sie sich in der Silvesternacht raus auf die Straße. Dann haben Sie innerhalb von fünf Minuten ein Taxi", sagt Herzog. Am besten an eine Hauptstraße. Da komme immer ein Taxi vorbei. Denn auch, wer in der Silvesternacht telefonisch ein Taxi bestellt, kann nicht sicher sein, dass es umgehend kommt.

Partygäste sollten sich schon jetzt Gedanken um ihre Heimfahrt machen. Polizeisprecherin Claudia Partha rät, "Busse und Bahnen zu nutzen, so weit möglich". Keine Lösung sei, sich angetrunken ans Steuer zu setzen: "Wir werden in dieser Nacht verstärkt kontrollieren."

(RP)