Tatort Münster: Dreharbeiten in Monheim

Prof. Boerne und Hauptkommissar Thiel: "Tatort"-Team ermittelt in Monheim

Seit Montag ist das ehemalige Krankenhaus Drehort für einen neuen Fall von Prof. Boerne und Hauptkommissar Thiel. Die Ermittler des Tatort Münster geben sich dort die Klinke in die Hand.

Die Monheimer reiben sich verwundert die Augen. Die Pförtnerloge des seit über einem Jahr leerstehenden St.-Josef Krankenhauses ist wieder besetzt. Aus dem Eingang humpeln frisch operierte Patienten mit Gipsbein. Rekonvaleszenten treten im Bademantel heraus und genießen die frische Herbstluft. Schauspieler Axel Prahl als Hauptkommissar Thiel kommt mit seinem klapprigen Filmrad um die Ecke gesaust, streicht die strähnigen Haare zurück und lehnt mit verkniffenem Gesicht sein Rad ans Geländer gegenüber der Pförtnerloge. Er blickt zum Regisseur. Kaspar Heidelbach schüttelt den Kopf, ist nach einem Blick auf sein Display nicht zufrieden. Noch mal dieselbe Szene.

Bis Donnerstag werden vor und im Monheimer Krankenhaus Aufnahmen für eine weitere Folge des beliebten und quotenstarken Münsteraner Tatorts gedreht. Titel: "Erkläre Chimäre". Jan Josef Liefers als Gerichtsmediziner Professor Karl-Friedrich Boerne und Axel Prahl als Hauptkommissar Frank Thiel ermitteln. Staatsanwältin Wilhelmine Klemm (Mechthild Großmann) und Kommissarin Nadeshda Krusenstern (Friederike Kempter) sowie Claus D. Clausnitzer als Herbert Thiel sind am Set.

"Endlich wieder Leben im alten Krankenhaus", freut sich Claudia Kalinowski, die lange dem Förderkreis des Krankenhauses angehört und für den Erhalt der alten Klinik gekämpft hat. "Für die Dreharbeiten wurden sogar Fassade und Fenster geputzt", sagt sie fast glücklich und schaut wehmütig auf das Leben rund um die Pförtnerloge. "So sind wir auch immer da rausgehumpelt, wenn wir verletzt waren."

Etwas anderes haben Conny Fuchs und ihre Freundin im Blick. Sie beobachten gebannt die Filmaufnahmen. Jan Josef Liefers hat das Set betreten. Sein Wagen - übrigens ein echter Wiesmann, gebaut in Münster - hängt am Haken eines Abschleppwagens und bewegt sich weg vom Parkplatz des Klinik-Chefarztes "Prof. Dr. Dr. Merlin". Empört rennt Boerne dem Wagen hinterher. "Hey. Das ist mein Wagen. Welcher minderbemittelte Kleingeist hat das veranlasst", schimpft er. Thiel lacht - in bewährter Manier - schadenfroh.

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Doch die Szene wirkt noch nicht schnell und kraftvoll genug. Der Regisseur winkt ab. Noch einmal. Die beiden Schauspieler lassen sich Zeit. "Wo bleiben die denn?", ruft Regisseur Heidelbach launig. "Die waren doch gerade erst in der Maske. Müssen die schon wieder renoviert werden. Das sind doch Männer." Doch da kommen sie. "Noch mal auf Anfang. Ton ab", heißt es und der Dreh beginnt von neuem.

Jede Szene wird so lange gedreht, bis sie perfekt ist. Dazwischen heißt es für Schauspieler und Team warten. "Um die 40 Leute sind bis Donnerstag hier vor Ort", sagt Aufnahmeleiterin Marion Sand. 1,4 Millionen Euro kostet die Produktion der Folge. "Die Hälfte geht für die Gage drauf", erläutert sie. Mit dem Drehort ist sie mehr als zufrieden. "Weil das Krankenhaus nicht mehr in Betrieb ist, können wir ungestört vier Tage lang arbeiten." Dass es keinen Strom und keine Sanitäranlagen gibt, stört sie dabei wenig. "Wir haben alles mitgebracht", sagt sie. Die "Basis", wo Catering-, Ruhe- und Toilettenwagen stehen, hält alles bereit.

Zur neuen Tatort-Folge passt das Krankenhaus-Ambiente. " Staatsanwältin Klemm und Kommissarin Nadeshda liegen beide im Krankenhaus", erzählt Sand einen Teil der Geschichte. "Deshalb geben sich Thiel und Boerne dort die Klinke in die Hand und machen das Hospital zum Zentrum der Ermittlungen." Ausgangspunkt ist der Mord an einem jungen Südamerikaner. Eine Rolle spielt auch ein kleiner Schwindel, mit dem der Gerichtsmediziner zu einer Erbschaft gelangen möchte. Dazu gibt es ein Hochzeitsfoto von Thiel und Boerne . . .

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(RP)
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