Sunkist aus Langenfeld - das Kindergetränk ist wieder zu haben

Langenfeld : Sunkist ist zurück aus der Versenkung

Die Langenfelder Vertriebsfirma CTP hat sich die Lizenz für die Retro-Marke auf dem deutschen Markt gesichert.

Sunkist, Sunkist? Da war doch was?! „Das war das erste Kindergetränk auf dem deutschen Markt“, erklärt Sven Krämer, Geschäftsführer von CTP, was für „creative trend products“ steht. Krämer, Jahrgang 74, war als Kind ein Fan von Sunkist, einem Orangensaftgetränk ohne Kohlensäure, das in einer pyramidenförmigen Packung angeboten wurde. „1968 kam Sunkist auf den deutschen Markt, ein Jahr später Caprisonne“, doziert er. In den 90er Jahren sei das Getränk wieder vom deutschen Markt verschwunden.

Krämer, vor seinem Wechsel in die Selbstständigkeit Einkäufer bei Lekkerland, hat das bedauert. Und als die Lizenz angeboten wurde und Lekkerland abwinkte, griff er zu. Seine Begründung: „Ich wollte Sunkist für meine Tochter Neele haben.“ Neele ist fünf Jahre alt und darf täglich ein Tetrapak Sunkist trinken. Es enthält 0,2 Liter von dem Saftgetränk, das Krämer als „hochwertig“ bezeichnet. Ein Blick auf die Zutatenliste des Orangensaftgetränks zeigt, dass es aus 66 Prozent Orangensaft aus Orangensaftkonzentrat, Zitronen- und Mandarinensaftkonzentrat, Wasser, Zucker (20 Gramm auf 200 Milliliter), Ascorbinsäure und Antioxidationsmittel besteht. Die Getränketüte enthält 85 Kalorien.

Hochwertig? „Es ist ein Kindergetränk und dafür enthält es relativ wenig Zucker, kein Kokosfett und keinen Süßstoff“, wirbt der Geschäftsmann. Seine Tochter sei gertenschlank und bevorzuge mittlerweile den leicht säuerlichen Kirschsaft von Sunkist.

Krämer ist überzeugt von Erfolg des Retro-Getränks: „Die Marke Sunkist ist in den Köpfen der Altersgruppe 35plus fest verankert und wurde von vielen Kunden in Deutschland sehr vermisst“, glaubt er. Sie wecke Kindheitserinnerungen bei vielen Erwachsenen. Das erlebe er immer wieder auf Messen. Deswegen habe seine Firma sie im Sommer 2017 wieder auf den deutschen Markt gebracht. Es gibt die Geschmacksrichtungen Orange, Kirsche und Multi.

Krämer selbst erinnert sich „an tropfende Schultaschen, wenn die Pyramidenpackung beim Transport kaputt ging und auslief“. Seine Mitarbeiterin Janine Hahn setzt noch einen drauf: „Wir haben die leeren Tüten aufgepustet und sind dann draufgetreten.“ Auch sie gibt ihrer vierjährigen Tochter Sunkist zu trinken. In Maßen, versteht sich.

Sven Krämer hat im Sommer 2018 dann auch noch Getränkedosen mit Sunkist-Limonade auf den Markt gebracht, um auch die Erwachsenen zu bedienen. Sie haben die Wahl zwischen Orange, Zitrone und Fruchtmix. Zurzeit arbeitet er daran, das Kindergetränk, das bisher an vielen Tankstellen und Kiosken angeboten wird, auch an die Discounter zu bringen. „Aldi-Süd testet Sunkist gerade an 1.900 Märkten. Die Vorgabe ist, 70 Prozent der eine Million Trinkpäckchen in zwei Wochen zu verkaufen. Es sieht ganz gut aus“, freut sich der Geschäftsmann, der seinen Handel mit Unterstützung seiner Frau und zwei Mitarbeitern betreibt. Im Sommer will er voraussichtlich einen weiteren für den Vertrieb einstellen.

Interessanterweise kann heute kein deutscher Hersteller mehr Pyramidenpackungen produzieren. CTP bietet deswegen flache Tetrapaks mit Trinkhalmen an. „Die Pyramiden würden auch zu viel Platz wegnehmen. Heute wird viel weniger Lagerhaltung betrieben als in den 70ern“, sagt Krämer.

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