Langenfeld/Monheim: Sturmtief kippt Bäume und flutet Halle

Langenfeld/Monheim: Sturmtief kippt Bäume und flutet Halle

"Burglind" fegte gestern mit orkanartigen Böen über die Region. Kreisweit gab es 60 Einsätze, niemand wurde verletzt.

Mit orkanartigen Böen ist das Sturmtief "Burglind" gestern Morgen über beide Städte hinweggefegt. Wie andernorts behinderten umgestürzte Bäume auch in Monheim den Verkehr. Gegen 6 Uhr war eine Weide in Höhe des Kreisverkehrs Niederstraße auf die Baumberger Chaussee gestürzt, hatte auch gleich eine Straßenlaterne mitgerissen. "Wir mussten dann erst die Mega verständigen, damit der Strom angestellt wird", sagt Torsten Schlender, Einsatzleiter der städtischen Feuerwehr. In Langenfeld wurde die Feuerwehr nach Angaben ihres Leiters Wolfram Polheim ab dem Morgen zu insgesamt vier Einsatzstellen gerufen. Laut Polizeisprecher Ulrich Löhe wurde bei den sturmbedingten Einsätzen im gesamten Kreis Mettmann niemand verletzt.

Der Monheimer Betriebshof übernahm laut Schlender die Beseitigung des eingangs erwähnten Weidenbaumes. Er hatte Fuß- und Radweg sowie die Fahrbahn einspurig blockiert, so Oliver Pelke vom Betriebshof. "Wir beschränken uns nur auf die Gefahrenabwehr und sperren den Bereich ab", so Schlender. Auf Privatgrundstücken sei dies Sache des Eigentümers.

Sturmtief "Burglind" fegt über NRW

Im Knipprather Wald stürzte ein Baum auf die Bahngleise und blockierte die Privatstrecke der Bahnen der Stadt Monheim (BSM). Die Feuerwehr rückte hier mit einem Löschgruppenfahrzeug und mit der Lokomotive eines privaten Bahnbetreibers zur Einsatzstelle aus und entfernte den Baum von den Gleisen, so dass der Güterverkehr wieder ungehindert fließen konnte.

An einer Baustelle auf der Schwalbenstraße stürzten Teile einer frisch gemauerten Wand ein und beschädigten das Baugerüst. Das Gelände wurde abgesperrt und die Bauaufsicht verständigt. Ferner wurde eine Hausfassade an der Geschwister-Scholl-Straße von einem abgeknickten Ast beschädigt. An der Alfred-Nobel-Straße lösten sich auf einem Firmengelände Fassadenteile an einem Verwaltungsgebäude. Dort setzte die Feuerwehr ihre Drehleiter ein, um lose Attikateile abzunehmen. "Für Fußgänger war das eine große Gefahr", sagt Schlender.

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An der Tegeler Straße brach ein Baum mittendurch und stürzte in Nähe eines Spielplatzes nieder. "Trotz der Intensität des Sturms sind wir in Monheim noch halbwegs glimpflich davon gekommen. Immerhin hatte der Berufsverkehr schon eingesetzt", sagt Schlender. Er war mit zehn Einsatzkräften und drei Fahrzeugen im Einsatz. Die Linienbusse der BSM waren durch den Sturm nicht beeinträchtigt. Bei der S-Bahnlinie S6 gab es indes Verspätungen und Ausfälle.

In Langenfeld riss laut Feuerwehrsprecher Frank Noack am frühen Morgen eine Oberleitung an der Katzbergstraße, die danach von den Einsatzkräften gesichert werden musste. "Zeitgleich drohte ein Fahnenmast an der Röntgenstraße umzustürzen." Die Wehrleute montierten den Mast ab, so dass von diesem keine Gefahr mehr zu erwarten war. Eine Reithalle an der Hildener Straße lief nach Noacks Angaben so hoch unter Wasser, dass die Feuerwehr Tauchpumpen einsetzte, um einen größeren Schaden zu verhindern. In Richrath stieg der Rietherbach so stark an, dass angrenzende Kellerräume drohten vollzulaufen. Noack: "Auch dort konnte dank des Einsatzes leistungsstarker Pumpen Schlimmeres verhindert werden."

Eine große Weide stürzte auf die Baumberger Chaussee und riss eine Straßenlaterne um. Die Feuerwehr sicherte die Gefahrenstelle, der Betriebshof beseitigte Trümmer und Äste. Foto: rm-

Laut Mirko Braunheim, stellvertretender Kreisbrandmeister, zählte die Feuerwehr kreisweit rund 60 Einsätze. Bäume mussten aus dem Weg geräumt, Keller leer gepumpt werden. Zum heftigen Regen kamen Hagelschauer hinzu. Bäche und Flüsse der Region führen viel Wasser; eine akute Gefahr von Überschwemmungen existiere noch nicht, so Peter Schu vom Bergisch-Rheinischen Wasserverband (BRW). Indes müssten Bäume, die in Bäche gefallen sind, entfernt werden, damit sich das Wasser nicht staut.

Foto: Matzerath Ralph

Weil ein Baum am A3-/A46-Autobahnkreuz in Höhe der Ausfahrt Hilden umzustürzen drohte und gefällt werden musste, war die Abfahrt am Mittag komplett gesperrt.

Foto: Feuerwehr

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(RP)