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Langenfeld/Monheim: Stühlerücken im Rathaus

Langenfeld/Monheim : Stühlerücken im Rathaus

Der Triumph der SPD beim Urnengang am Sonntag hat auch für die Städte Folgen: in Monheim unmittelbar durch die Wahl von Bereichsleiterin Warden in den Landtag, für Langenfeld durch befürchtete finanzielle Mehrbelastungen.

Die für die Gänseliesel-Stadt zunächst folgenreichste Entscheidung trafen am Sonntag nicht die Monheimer selbst, sondern die Wähler rund 20 Stromkilometer rheinabwärts. Dort, im Düsseldorfer Landtagswahlkreis 42 (Linksrheinisch bis Hamm), wählten sie Marion Warden direkt ins Landesparlament. Die bisherige Bereichsleiterin Ordnung und Soziales im Monheimer Rathaus wird somit noch im Mai ihr Amt ruhen lassen. Nun obliegt es Bürgermeister Daniel Zimmermann (Peto), zu entscheiden, ob er den Posten neu besetzt oder die diesem unterstehenden vier Abteilungen auf einige der neun anderen Bereiche verteilt. Betroffen wären die Abteilungen Bürgerservice, Ordnung, Soziales und Feuerwehr.

Langenfeld/Monheim: Stühlerücken im Rathaus
Foto: Boris Schmidt

"Darüber entscheiden wir in Ruhe"

 Ria Garcia und Volker John auf der Wahlparty.
Ria Garcia und Volker John auf der Wahlparty. Foto: goet

"Über diese Frage entscheiden wir ganz in Ruhe im Verwaltungsvorstand", erklärte Zimmermann gestern auf RP-Anfrage und verwies auf eine Interimslösung: Dietmar Marx, Abteilungsleiter Soziales und Wardens Vize, wird zunächst die Leitung des Bereichs übernehmen. Auf die Frage, ob er in dem (zumindest vorübergehenden) Ausscheiden der 53-Jährigen eine Chance sieht, die Verwaltung zu verschlanken, gab sich Zimmermann zurückhaltend: "Unsere Strukturen sind schon sehr schlank, wenn man bedenkt, dass es zwischen Verwaltungsvorstand und Bereichsebene keine Dezernate mehr gibt. Außerdem muss die Arbeit, die Frau Warden 20 Jahre lang hervorragend geleistet hat, ja gemacht werden."

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Zur besseren Ansicht bitte auf die Grafik klicken. Foto: Institut für Wahl-, Sozial- und Methodenforschung
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Im "CDU-geführten" Langenfelder Rathaus war man am Tag nach dem Wahltriumph der SPD und dem Debakel der Christdemokraten einigermaßen zerknirscht, nicht nur weil das hiesige Direktmandat von einem Langenfelder "Schwarzen" (Clauser) auf einen Monheimer "Roten" (Geyer) übergangen ist: Bürgermeister Frank Schneider und Kämmerer Detlev Müller befürchten, dass die künftige rot-grüne Landesregierung sich durch den Wahlsieg ermuntert sieht, das Projekt "Stärkungspakt Stadtfinanzen" voranzutreiben. Hinter diesem Titel verbirgt sich ein hunderte Millionen Euro umfassendes Umverteilungsprogramm zwischen steuerstarken und fast bankrotten Kommunen in NRW. "Das wird kommen", ist sich Schneider nach eigenem Bekunden nach zwei Gesprächen im Düsseldorfer Innenministerium sicher. Kämmerer Müller gab sich standhaft: "Ich werde meinen Prinzipien einer soliden Haushaltsführung treu bleiben, auch wenn die Landespolitik den Kommunen nicht den Respekt erweisen sollte, der diesen gemäß Verfassung zusteht."

Schneider sagte zum Wahlausgang: "Das Thema Staatsverschuldung hat offenbar im Wahlkampf nicht verfangen, selbst in unserer Stadt nicht, wo täglich deutlich wird, welche Vorzüge eine hart erkämpfte Schuldenfreiheit hat — das macht mir schon etwas angst", seufzte der Bürgermeister. Derweil rät Langenfelds SPD-Vorsitzender Sascha Steinfels, in Sachen Stärkungspakt "Ruhe zu bewahren": "Das Solidaritätsprinzip muss auch zwischen den Städten und Gemeinden gelten. Aber natürlich dürfen die steuerstarken Kommunen deshalb nicht in eine Neuverschuldung getrieben werden. Soweit wird es auch nicht kommen."

Info Mehr zur Wahl unter

www.rp-online.de/langenfeld

(RP/url)