Monheim : Streit um Schulen

Ein CDU-Antrag zur Peter-Ustinov-Gesamtschule brachte im Monheimer Stadtrat die Gemüter in Wallung. Die Peto sprach von "Mätzchen", und die SPD behauptete, es gehe der CDU nur darum, die Sekundarschule zu verhindern.

Der Monheimer Rat lehnt es ab, für die Peter-Ustinov-Gesamtschule (PUG) einen das ganze Stadtgebiet umfassenden Schuleinzugsbereich festzulegen. Ein entsprechender Antrag der Christdemokraten fand am späten Donnerstagabend keine Mehrheit. Mit ihrer Initiative wollten die Christdemokraten sicher stellen, dass künftig nicht mehr rund 40 auswärtige Schüler — vor allem aus Hitdorf — angenommen, auf der anderen Seite jedoch rund 50 Jungen und Mädchen — darunter zahlreiche aus Monheim selbst — abgelehnt werden.

Dieser Vorrang eigener Schüler sei in Langenfeld längst üblich, da die dortige, von Hilden und Langenfeld gemeinsam betriebene Gesamtschule de facto fast ausschließlich Schüler aus eben diesen beiden Städten aufnehme und dagegen gerichtete Klagen Auswärtiger stets erfolglos geblieben seien.

"Ein Treppenwitz"

Hintergrund für den von allen anderen Fraktionen verworfenen Antrag ist die aktuelle, an Schärfe gewinnende Debatte um die Einführung einer neuartigen Sekundarschule an Stelle der Lise-Meitner-Realschule und der damit einhergehende Bürgerentscheid am 13. November (siehe Info). Ein Schuleinzugsbereich "Stadt Monheim" für die PUG hätte es aus CDU-Sicht ermöglicht, einen Teil der für die auslaufende Hauptschule empfohlenen Kinder künftig eben auch an der Gesamtschule und nicht nur — wie aktuell geschehen — an der Realschule oder aber in Langenfeld unterzubringen.

Bürgermeister Daniel Zimmermann (Peto) hatte den Antrag der CDU bereits im Vorfeld einen "Treppenwitz" genannt. Seine These: Ein solcher Einzugsbereich ist für Fälle, in denen es einen bestimmten Schultyp im Stadtgebiet ohnehin nur einmal gibt, weder geeignet noch machbar. Anwalt Dr. Jochen Heide, der die Stadt auch in anderen Rechtsfragen berät, assitierte dem Bürgermeister. "Ob ein solcher Bezirk vor dem Oberverwaltungsgericht Münster Bestand hätte, ist mehr als fraglich."

Spott und Ironie

"Sie wollen über diesen Antrag die Sekundarschule doch noch verhindern und hinken dabei den Ereignissen ganz erheblich hinterher. Offensichtlich haben sie nicht begriffen, dass ihre eigene Landes-CDU einem Schulkonsens zugestimmt hat, der die Einrichtung von bis zu 200 Sekundarschulen im Land ausdrücklich vorsieht", hielt SPD-Schulexperte Werner Goller den Christdemokraten entgegen.

Die hatten sich zuvor Spott und Ironie gefallen lassen müssen, weil Ratsherr Robert Helpenstell dargelegt hatte, der Antrag zur Gesamtschule habe zunächst einmal nichts mit dem Thema Sekundarschule zu tun. Für Lisa Riedel eine "erschreckende" Aussage. "Wenn Sie hier ernst genommen werden wollen, sollten sie uns solche Mätzchen ersparen", sagte die Peto-Fraktionschefin.

CDU-Ratsherr Peter Werner und Fraktionsboss Tim Brühland (beides selbst Juristen) verteidigten den Antrag. "Eltern- und Lehrerverbände haben die Wiedereinführung von Schuleinzugsbereichen ausdrücklich begrüßt. Wir brauchen ein solches Steuerungsinstrument — gerade auch mit Blick auf die besondere Monheimer Situation", meinte Brühland. Die unter dem Strich unvereinbaren Positionen brachten gegen Ende der Debatte Goller ("Wir wollen, dass der Bürgerentscheid am Ende zugunsten der Sekundarschule ausgeht") und CDU-Ratsherr Karl-Heinz Göbel ("Wir wollen nicht die Sekundarschule verhindern, sondern die Realschule erhalten") auf den Punkt.

(RP)