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Monheim: Streit um Hochschule beigelegt

Monheim : Streit um Hochschule beigelegt

Stadt und HFU (Hochschule für Unternehmensführung) haben einen Kompromiss geschlossen: Die Hochschule mietet erst ab Dezember, dafür aber drei Etagen an. Die Bauverzögerung muss das Bauunternehmen verantworten.

Eigentlich hätte nur noch gefehlt, dass Bürgermeister Daniel Zimmermann und Dr. Hubert Schäfer, Vorstandsvorsitzender der HFU (Hochschule für Unternehmensführung), das Kalumet herumreichen, um so demonstrativ die Beendigung ihres Streites über die Fertigstellung des Hochschulgebäudes an der Rheinpromenade zu besiegeln. Sie begnügten sich mit Worten wie "Kompromiss" und "zufrieden". Gestern erklärte Zimmermann das Gebäude vor der Presse offiziell für bezugsfertig: In den zwölf Seminarräumen und Fluren ist — in Anlehnung an das Rot im HFU-Logo — roter PVC-Boden verlegt, die Wände sind geweißt.

Durch Frostschäden hat sich die Übergabe der Räume, die ursprünglich für den 1. Juli geplant war, um zwei Monate verzögert. Für diesen wirtschaftlichen Schaden will die Städtische Entwicklungsgesellschaft (SEG) als Bauherrin den Bauunternehmer in Haftung nehmen. "Er hätte die Baustelle gegen Frost schützen müssen", erläutert Zimmermann.

Am 1. November übergibt die Stadt dem neuen Mieter die Schlüssel, der somit die Verantwortung für das Gebäude übernimmt. Am 1. Dezember überweist die HFU der Stadt dann die Jahresmiete 2011 für die Nutzung von drei statt zwei Etagen. "Ab dann gehen die Betriebskosten zulasten der HFU", so Zimmermann. "Wir haben uns auf halbem Weg getroffen", sagt Dr. Schäfer, der wegen angeblicher Baumängel eigentlich erst ab März 2011 mieten wollte. Die Stadt hat dafür ihr einstiges Entgegenkommen zurückgenommen und besteht nun auf der Anmietung von drei Etagen. Mit diesem Kompromiss wolle die Stadt sicherstellen, dass der Betrieb erfolgreich starten kann.

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Schäfer hofft, dass er etwa 60 der 150 derzeit an der Erkrather Akademie immatrikulierten Studenten gewinnen kann, zum Sommersemester nach Monheim zu wechseln. Dafür werden acht Arbeitsplätze geschaffen. Zum Wintersemester 2011/12 rechnet er dann mit 100 bis 120 neuen Studenten. Während sich die Studenten zunächst aus Brötchen- und Getränkeautomaten versorgen müssen, möchte Schäfer mittelfristig Cognis oder die Monberg-Betreiber gewinnen, ihnen einen warmen Mittagstisch anzubieten. Dank der künftigen Anbindung an die Fachhochschule Südwestfalen könne die Hochschule für Unternehmensführung die Bachelorstudiengänge Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftsinformatik für Gebühren von 260 Euro monatlich anbieten. "Ursprünglich lag unsere Kalkulation bei 500 Euro," so Schäfer. Die vom Wissenschaftsministerium verweigerte staatliche Anerkennung als Hochschule sei natürlich schmerzlich, räumt er ein. Aber die geforderten Nachbesserungen, die weder den Standard des Studienangebotes noch die Qualifikation des Lehrpersonals betrafen, wären nicht finanzierbar gewesen. "Aber wir sind mit dem Zulauf sehr glücklich." Die Hochschule wählt ihre Studenten nicht über einen Numerus clausus, sondern über einen Test aus, der auch die Persönlichkeit der Kandidaten erfasst.

(RP)