Langenfeld/Düsseldorf: Strauss-Nachfolger ist ebenfalls insolvent

Langenfeld/Düsseldorf: Strauss-Nachfolger ist ebenfalls insolvent

In dem vor einem Jahr geräumten und im Mai neu belegten Elanza-Laden an der Hauptstraße deutet sich ein Wechsel an.

Gerade mal ein Jahr ist es her, dass im Februar 2017 die Filiale der pleite gegangenen Warenhauskette Strauss Innovation an der Langenfelder Hauptstraße geschlossen hat. Jetzt deutet sich erneut ein Wechsel an. Wie in unserem gestrigen Wirtschaftsteil berichtet, hat auch die Warenhauskette Elanza, die wie in Langenfeld etliche Strauss-Filialen übernommen hatte, Insolvenz angemeldet.

"Sale" steht auf einer großen Werbetafel im Schaufenster des Langenfelder Elanza-Ladens. Doch noch deutet nichts daraufhin, dass auch im Nachfolgegeschäft von Strauss bald der Komplett-Ausverkauf beginnt. Nach den tollen Tagen, heißt es auf einem Zettel an der Eingangstür, öffne das Geschäft wieder normal. Die Mitarbeiterinnen wollen sich uns gegenüber nicht zur aktuellen Entwicklung äußern.

Fakt ist: Am 1. Februar ist am Düsseldorfer Amtsgericht wegen "Überschuldung und Zahlungsunfähigkeit" das Insolvenzverfahren über die erst im Mai 2017 gegründete Kaufhaus-Kette eröffnet worden. Bereits seit einigen Monaten war über die finanzielle Schieflage des Unternehmens gemunkelt worden. Anfang Oktober hatte die GMG Retail GmbH mit Sitz in Monheim den Insolvenz-Antrag gestellt. Damals hatte das Unternehmen die Auskunft verweigert.

Im Hintergrund liefen derzeit Gespräche mit Investoren über die Weiterführung einzelner Filialen, sagt Elanza-Geschäftsführer Rainhard Filslage. In den nächsten vier bis fünf Wochen erhofft er sich Klarheit. Damit stehen viele Mitarbeiter innerhalb nur eines Jahres zum zweiten Mal vor der möglichen Arbeitslosigkeit. Elanza hatte nach der endgültigen Pleite von Strauss im Februar 2017 nicht nur mehrere ehemalige Standorte des Warenhauses übernommen, sondern auch viele Ex-Strauss-Mitarbeiter eingestellt. Vielen von ihnen ist aktuell nicht danach zumute, Kundenfragen nach der Zukunft der Geschäfte zu beantworten. "Wir dürfen nichts sagen", hieß es auch in Düsseldorfer Filialen auf Anfrage.

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Und so will niemand bestätigen oder dementieren, was unsere Redaktion erfahren hat: Im März soll etwa in Düsseldorf-Benrath der Ausverkauf beginnen. 13 Filialen hat das Unternehmen bundesweit, acht in NRW - hier war ja auch einst die Hochburg von Strauss, die ihren Sitz in Langenfeld hatte.

Die Regale und die Kleiderständer sind in den beiden Düsseldorfer Elanza-Filialen in Pempelfort und in Friedrichstadt noch gut gefüllt - mit Blusen, Kleidern, Kaffeebechern und allerlei Kleinigkeiten. Dort ist man schon einen Schritt weiter als in Langenfeld und in Benrath: Vor und in den Filialen sowie in den Schaufenstern sind Tafeln aufgestellt und Schilder angebracht worden mit dem Hinweis, "Alles muss raus! 30 Prozent Rabatt, auch auf bereits reduzierte Ware. Wir schließen diese Filiale." Nicht nur wegen der aktuellen Preisnachlässe in den Elanza-Läden in Langenfeld und anderswo können sich Kunden noch gut daran erinnern, wie vor einem Jahr der Ausverkauf bei Strauss begann, und wie voll das Geschäft dann plötzlich wieder war. Bei Strauss, so hieß es, habe das Warenhaus-Konzept nicht zuletzt deswegen nicht funktioniert, weil viele Waren viel zu schnell im Preis gesenkt wurden - eine Rabattschlacht, die das Unternehmen letztlich in die Insolvenz führte. Bei Elanza war das nicht der Fall. Allerdings ist hier bei Kunden die Rede davon, dass die Waren zu teuer sind.

"Ein Leerstand an dieser Stelle täte der Hauptstraße nicht gut", sagte gestern Langenfelds Citymanager Jan Christoph Zimmermann. Vor einem Jahr sei er erleichtert gewesen, dass nach dem Aus von Strauss so schnell Elanza als neuer Nutzer mit einem vermeintlich ähnlichen Konzept einzog "und kein Ein-Euro-Billigladen".

(RP)