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Langenfeld: Straßenbahnen werden modernisiert

Langenfeld : Straßenbahnen werden modernisiert

Ledersitze, LEDs und Videoüberwachung: Die 48 ältesten Fahrzeuge sind bald kaum noch wiederzuerkennen.

Die Rheinbahn verpasst ihren ältesten Straßenbahnen eine Generalüberholung. Ein Leipziger Unternehmen modernisiert von Grund auf die 48 Bahnen des Typs NF6, die seit 1996 unterwegs sind. Das lässt sich die Rheinbahn 26 Millionen Euro kosten. Die Bahnen sollen Fahrgästen und Fahrern mehr Komfort bieten - und länger in Betrieb bleiben. Einer der größten Wünsche von Mitarbeitern und Kunden bleibt aber offen: Der nachträgliche Einbau einer Klimaanlage ist nicht möglich.

Jetzt ging der erste Wagen in Betrieb, am ersten Tag verkehrte er auf der Linie 709. Die Rheinbahn lässt die Bahnen nach und nach umrüsten: Vier weitere Züge befinden sich bereits in der Werkstatt der Firma IFTEC, bis Ende des kommenden Jahres sollen alle Fahrzeuge runderneuert sein. Die neuen Züge sollen mit Priorität auf den stark ausgelasteten Linien 701 und 706 verkehren. Das sind die wichtigsten Neuerungen:

Optik Der Unterschied ist auf den ersten Blick zu erkennen: Die rot-weiße Außenlackierung wurde durch die silberne Optik mit rotem Streifen ersetzt, die auch auf neueren Fahrzeugen zu sehen ist. Innen sind Decken und Wände jetzt weiß. Auch der Boden ist neu und soll ein Ausrutschen der Passagiere besser verhindern. Die Fahrgäste sollen sich zudem durch besseres Licht wohler fühlen: Statt Leuchtstoffröhren gibt es LED-Lampen.

Sitze Die Rheinbahn verwendet keine Stoffpolster mehr, sondern Kunstleder aus echten Lederfasern. Dieses Material wird auch in neuen U-Bahnen sowie in Bussen verbaut und soll hygienischer und widerstandsfähiger sein. Die Aufteilung des Innenraums und die Größe der Sitze sind unverändert.

Technik Die Wagen wurden bis aufs Grundgerüst zerlegt, alle Teile wurden auf Verschleiß und Schäden untersucht. Acht bis zehn Wochen werden an jeder Bahn gearbeitet. Die Modernisierung sei keine Arbeit von der Stange, sagt Projektleiter Michael Lang. "Die Fahrzeuge sind unterschiedlich stark beschädigt." Nachher sollen Achsen, Drehgestelle oder Elektrik aber wieder fast wie neu sein. Daher sind die Bahnen für weitere 16 Jahre zugelassen, acht Jahre mehr als ursprünglich vorgesehen.

Klimaanlage Der Einbau war laut Projektleiter Lang nicht möglich, da die Fahrzeuge für das zusätzliche Gewicht von mehr als 500 Kilogramm nicht ausgelegt sind. Auch die Stromversorgung würde Probleme bereiten. Bei Neubestellungen der Rheinbahn ist die Klimaanlage aber inzwischen Standard.

Videoüberwachung Neuerdings sind alle Wagen mit sechs Videokameras ausgestattet. Die Bilder werden für 48 Stunden gespeichert. Fragt die Polizei in diesem Zeitraum wegen des Verdachts auf eine Straftat an, erhält sie die Aufnahmen für ihre Ermittlungen.

Fahrerstand Für die Rheinbahn war auch der Arbeitsplatz ihrer Mitarbeiter ein wichtiges Thema. Sie erhalten unter anderem einen neuen Sitz und ein fünf Zentimeter höheres Armaturenbrett, um bequemer arbeiten zu können. Auch im Fahrerstand gibt es keine Klimaanlage. Die Fahrer können sich aber zumindest über eine Lüftung mit Frischluft freuen- bis jetzt mussten sie dafür die Fenster öffnen.

(arl)