1. NRW
  2. Städte
  3. Langenfeld

Stilles Gedenken am Wenzelnberg in Langenfeld

76 Jahre nach NS-Endphaseverbrechen : Stilles Gedenken am Wenzelnberg

Sechs Städte beteiligen sich an Kranzniederlegung: Langenfeld, Remscheid, Solingen, Leverkusen, Leichlingen und Wuppertal.

(gut) Das Gedenken (Foto: Matzerath) war diesmal besonders schlicht, aber es fand statt: 76 Jahre nach dem NS-Massenmord am Wenzelnberg in Wiescheid würdigten die Oberhäupter von sechs Städten am Sonntag die 71 Opfer. Langenfelds Bürgermeister Frank Schneider und seine Amtskollegen aus Wuppertal, Remscheid, Solingen, Leverkusen und Leichlingen versammelten sich am Wenzelnberg-Mahnmal coronabedingt zu einem „stillen Gedenken“. An der Kranzniederlegung nahm auch ein Vertreter der „Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten“ (VVN/BdA) teil, der wesentlichen Anteil daran hat, dass der Massenmord nach dem Krieg nicht unter den Tisch gekehrt wurde, wie es viele NS-Täter und -Mitläufer gerne gesehen hätten. Am 13. April 1945, wenige Tage vor dem Einmarsch der Amerikaner, verschleppten SS und Gestapo 71 Häftlinge aus mehreren bergischen Haftanstalten zum Wenzelnberg und erschossen sie. Wie jüngere Forschungen ergaben, ist der angebliche Tod des Haupttäters, SS-Hauptsturmführer Theodor Goeke, wenig später im Sauerland zweifelhaft. Einer der Mittäter, der Kripo-Beamte Friedrich Karst, wurde 1946 für zwei Jahre Leiter des Landeskriminalamts NRW.