Monheim: Stiftung spendet ersten Jugendbuchpreis

Monheim : Stiftung spendet ersten Jugendbuchpreis

Eine Jury aus Oberstufenschülern soll die beste Neuerscheinung ermitteln, kündigt die Sparkassen-Stiftung an.

Welches Jugendbuch löst beim Lesen den Wow-Effekt aus, ist packend, ergreifend, spritzig? Diese Kriterien mögen zwar literaturwissenschaftlich wenig greifbar sein, sie spielen aber bei der erstmaligen Verleihung des Ulla-Hahn-Jugendbuchpreises eine große Rolle. Eine Jury, paritätisch mit je fünf Oberstufenschülern von Otto-Hahn-Gymnasium und Peter-Ustinov-Gesamtschule besetzt, wird noch vor den Sommerferien den Preisträger ermitteln.

"Die Jugendlichen haben im Herbst angefangen, ganz viele Neuerscheinungen deutschsprachiger Autoren zu lesen", sagt Projektleiterin Julia Gerhard. Die nominierten Schriftsteller werden nächste Woche bekanntgegeben. Die Jury hat selber einen Kriterienkatalog erstellt, nach dem sie die Bücher beurteilt. Schützenhilfe erhielt sie dabei von dem Jugendbuchautor Christian Linker. Der mit 2000 Euro dotierte Preis wird von der Stiftung Monheim der Stadtsparkasse Düsseldorf ausgelobt, insgesamt wendet sie dafür 5000 Euro auf.

Mit ihrer Stiftung fährt die Stadt besser als die Stadt Düsseldorf, die in diesem Jahr voraussichtlich nicht an dem Gewinn beteiligt werden wird, den die Stadtsparkasse erwirtschaftet. Die Stiftung Monheim, die 2001 im Rahmen der Fusion von der Stadtsparkasse Düsseldorf mit einer "ewigen Einlage" von 18 Millionen Mark versehen wurde, schüttet nach wie vor ihre Zinserträge für gemeinnützige Zwecke aus.

Nachdem allerdings 2011 die Zinsgarantie abgelaufen ist, nach der die Stadt sieben Prozent Zinsen auf das Stiftungskapital erhielt, haben sich die Erträge von bisher 644000 Euro auf 325000 Euro halbiert. "Jetzt richten sich die Erträge nach dem Kapitalmarkt, 2013 liegen wir etwa bei 3,5 Prozent", sagt Wolfgang Mansen vom geschäftsführenden Vorstand. Die Stadtsparkasse zahlte bis 2011 die Differenz zwischen dem marktabhängig zu erwirtschaftenden Zinsertrag und den sieben Prozent als Spende obendrauf.

Die 300 000 Euro, die die Stiftung weniger ausschüttet, hat die Stadt durch entsprechende Ansätze für Stadtbücherei und Marke Monheim im Haushalt kompensiert. Der Betrag, mit dem die Stiftung jedes Jahr gemeinnützige Institutionen und Projekte unterstützt, bleibt also erhalten, betont Mansen. Jedes Jahr am 30. September können die Förderanträge gestellt werden.

"Der Vorstand prüft dann, ob die Anträge satzungsgemäß sind und leiten sie an die jeweils zuständigen Bereiche der Stadtverwaltung weiter, die sie auf ihre Gemeinnützigkeit hin durchleuchten", erklärt er. Das Kuratorium der Stiftung unter dem Vorsitz des Bürgermeisters entscheidet dann darüber, welcher Antrag bewilligt wird.

Die Förderung basiert generell auf drei Säulen: "Es gibt einige feste Positionen, wie den Abenteuerspielplatz, Sag's oder den Jugendbus der evangelischen Jugend, weil die Vereine Planungssicherheit brauchen", erklärt Roland Liebermann vom Stiftungsvorstand. Zudem habe die Stiftung eine Grund- oder Pauschalförderung eingerichtet, die alle Bereiche des Vereins- und Kulturlebens abdecken. "Diese Förderkorridore bleiben unverändert", so Liebermann.

Für die Sportvereine übernimmt meist der Stadtsportverband die Verteilung der Gelder, während über förderwürdige Kulturprojekte die Kulturverwaltung entscheidet. Die dritte Säule machen Einzelprojekte aus.

"Von 2002 bis 2012 wurden insgesamt sieben Millionen Euro ausgeschüttet", sagt Liebermann stolz. Es gebe kaum eine Stadt dieser Größenordnung, die solche Summen für gemeinnützige Zwecke aufbringen könne. Die Stiftung sei in sofern "eine Erfolgsgeschichte".

(RP)