Stichtag für Baumfällungen ist wegen der Brutzeit nach dem Bundesnaturschutzgesetz der 1. März.

Baumfällungen : Bis zum März wird abgeholzt

Baumfällungen müssen zum Schutz brütender Vögel in aller Regel vor dem 1. März erledigt sein.

Werden Bäume abgeholzt, dann hagelt es meist Kritik. Proteste gab es zuletzt wegen der gefällten großen Kastanie am künftigen Monheimer Gesundheitscampus  Alte Schulstraße sowie wegen der verbotswidrigen  Rodung einer Waldfläche in Langenfeld-Wiescheid neben der A3. Die RP hat nachgefragt, wo vor dem Stichtag 1. März (siehe Infobox) noch Abholzaktionen anstehen.

„Wir planen keine großflächigen Fällungen“, sagt der Langenfelder Bau-Fachbereichsleiter Ulrich Beul. „Sofern einzelne Bäume nach Sicht der Gutachter entfernt werden müssen, dann beachten wir die Frist.“ Diese regelmäßigen Prüfungen anhand des Baumkatasters erfolgten in diesen Tagen. „Unabhängig vom Stichtag reagieren wir ganzjährig bei Gefahrensituationen.“

Infolge der regen Bautätigkeit in Monheim muss der städtische Gärtnermeister Jan-Philipp Blume vor der Brutzeit von Vögeln noch einige Vorarbeiten leisten. Auf dem Plan stehen etwa die Bürgerwiese Monheim nahe des Allwetterbads Mona Mare oder das Grün entlang der Opladener Straße (Menk-Gelände, Kanal). Ferner stünden Fällungen im Zuge des Radschnellwegs (Verbindung Waldbeerenberg/Benrather Straße) in Baumberg an sowie im Umfeld des Deusser-Hauses und der „Rheinkiesel“ genannten Mehrfamilienhäuser. Zudem wird laut Blume ein Grundstück  In der Scheck von Sträuchern befreit, um das Areal als Ökofläche aufzuwerten.

Der für Langenfeld und Monheim zuständige Revierförster Karl Zimmermann schaut entspannter auf den Kalender – etwa mit Blick auf die Bäume im Umfeld von Haus Bürgel oder im Knipprather Wald. Der 1. März sei für die Forstwirtschaft nicht verbindlich. „Mein Ziel ist der 1. April“, sagt Zimmermann. „Ab dann steigt der Saft in die Bäume.“ Die weiterverarbeitende Industrie wolle möglichst trockenes Holz. Auch deshalb mache die Fällung im (saftlosen) Winter Sinn. Zimmermann achtet indes nach eigenen Angaben ganzjährig auf Ruhezonen für Tiere. So bleibe er etwa weit entfernt von  Horsten des Milans.

Inzwischen werden Förster Zimmermann zufolge Nadelbäume ganzjährig gefällt. „Die Industrie ist auf eine kontinuierliche Versorgung angewiesen, Vorratshaltung gibt es nicht mehr. Das ist zu teuer.“ Wegen der boomenden Baukonjunktur sei der Bedarf groß. Das Holz werde oft industriell künstlich getrocknet. Für einen Dachstuhl müsse es absolut trocken sein, während als Schalholz für Straßenbau noch feuchtes Holz ausreiche. „Der Wald wird nicht mehr aufgeräumt“, beschreibt Zimmermann den weiteren Wandel. Durchaus ein Vorteil für viele Insekten. Die Industrie nutzt den Wald sogar als kostengünstigen Lagerplatz. „Eine jetzt gefällte Eiche kann, ohne Schaden zu nehmen, ein Jahr im Wald liegen, bis sie verarbeitet wird.“

Mehr von RP ONLINE