"Sternenhimmel Langenfeld" gegen Lichtverschmutzung: Stadt will schonendes Straßenlicht

Gegen Lichtverschmutzung : Langenfeld will schonendes Straßenlicht

Gegen unnötige Lichtverschmutzung bei Nacht soll das Projekt „Sternenhimmel“ Laternen und Strahler optimieren.

Im ganzen Stadtgebiet soll etwas gegen Lichtverschmutzung getan werden, kündigt Bürgermeister Frank Schneider an. Unter dem Titel „Sternenhimmel Langenfeld“ sollen für eine klarere Sicht aufs nächtliche Firmament überall Straßenlaternen und Strahler verbessert werden. Auf seine Initiative hin hätten Rathausmitarbeiter eine  Richtlinie „zum nachhaltigen Umgang mit Beleuchtung“ ausgearbeitet. Er sei dabei „von der Sternenstadt Fulda inspiriert worden“. Laut Rathaussprecher Andreas Voss ist beabsichtigt, in Langenfeld „die funktionale Beleuchtung von Straßen und Plätzen auf ein nötiges Maß zu reduzieren“. Dabei solle künftig „vor allem die Abstrahlung nach oben vermieden werden. „Auch zu ,kalte’ Leuchten werden langfristig ersetzt, denn dieses Licht verwirrt so manches Insekt.“

Die Idee zu Sternenstädten wie Fulda kommt Voss zufolge ursprünglich aus den USA und habe eher einen astronomischen Hintergrund. Die 1988 in Arizona gegründete International Dark-Sky Association (IDA) sei ein Zusammenschluss von Städten und Gemeinden in den USA und Europa. Erfüllt eine Stadt die Richtlinien der IDA, so könne sie sich für die „International Dark-Sky Community“ zertifizieren lassen. Fulda sei als zertifizierte Sternenstadt nun das Vorbild. Ziel ist es nach Schneiders Worten, „den Sternenhimmel wieder sichtbar zu machen“ – soweit es zwischen den umliegenden Großstädten möglich sei. „Hierfür wollen wir unnötige Lichtverschmutzung verhindern.“

Der städtische Klimaschutz-Koordinator Jens Hecker möchte, wie er ankündigt, den Schwerpunkt „auf die Auswirkung von nächtlicher Lichtemission auf Mensch und Tier“ legen. Gemeinsam mit seinem Team habe er hierfür eine Richtlinie ausgearbeitet. An die darin enthalten Pflichten müsse sich die  Stadtverwaltung selbst bei neuen oder erneuerten Straßenlampen oder gestalterischer Anstrahlung von Gebäuden und Plätzen halten. Für Langenfelder Unternehmen, Geschäftsleute und Bürger wird die Richtlinie nach Heckers Worten „einen Hinweischarakter haben“.

Schneider ermunterte insbesondere Firmen und Ladeninhaber, sich „durch eine richtlinienkonforme Beleuchtung“ dem Sternenhimmel-Programm  anzuschließen. Bei diesem Vorhaben sei die Digitalisierung sehr nützlich, unterstrich der Bürgermeister. „Wir haben bereits mit dem Test von intelligenten Leuchten begonnen und sehen hier immense Möglichkeiten, die Beleuchtung zukünftig optimal zu justieren.“