Langenfeld: Staus vor Baustelle: Andere Wege fahren

Langenfeld: Staus vor Baustelle: Andere Wege fahren

Die am Montag gestarteten Bauarbeiten an der Bergischen Landstraße beeinträchtigen den Verkehr im weiten Umkreis.

Kilometerlange Staus sind die Folge der Baustelle an der Bergischen Landstraße. Die Zu- und Abfahrt zur Autobahn A 542 ist geschlossen, entlang der Baustelle geht es nur noch in Richtung Leichlingen — das wirkt sich großräumig aus: Vor allem zu den Stoßzeiten sind die Nerven der Autofahrer im östlichen und südlichen Stadtgebiet arg strapaziert. "Wenn an einer Uhr ein Rädchen den Geist aufgibt, funktioniert das gesamte System nicht mehr. Und genauso kommt mir das mit den desaströsen Auswirkungen dieses Straßenumbaus vor", machte RP-Leser Alexander Iserhardt seinem Ärger Luft.

Kein Durchkommen. Die Verantwortlichen hoffen, dass die Ferien den Verkehr wie gewohnt entspannen. Foto: ralph matzerath

"Ein Rädchen wurde außer Kraft gesetzt, und nichts funktioniert mehr." Und aus Sicht eines Reusrather Anwohners beklagt Andreas Menzel in einem Kommentar auf der Langenfelder RP-Online-Seite: "Da rollen jetzt die Autokolonnen durch reine Anliegerstraßen, über Feld- und Landwirtschaftswege, die für den Pkw-Verkehr eigentlich gesperrt sind."

Der städtische Verkehrsplaner Wolfgang Honskamp räumte gestern ein, dass die Situation auf dem Langenfelder Straßennetz nicht im Lot ist. "Aber im Vergleich zum Montag und Dienstag, als es wirklich eine Katastrophe war und sich der Verkehr weit über das Rathaus hinaus und auch entlang der B 8 gestaut hatte, ist es wesentlich entspannter", meint er. Montag wurde die Baustelle eingerichtet.

"Meine Beobachtung: Der Autofahrer steht im Stau, ärgert sich und sucht sich am nächsten Tag eine andere Route." Gerade bei Fahrten über die Stadtgrenze hinweg gebe es Alternativen. "Langenfeld ist ja von Autobahnen umgeben und verfügt über mehrere Anschlussstellen. Da die Immigrather Auf- und Abfahrt zur A 542 zurzeit geschlossen ist, sollten ortskundige Langenfelder erwägen, statt die nun besonders stark frequentierten Anschlussstellen Hardt und Reusrath besser die beiden A 59-Knotenpunkte zu nutzen."

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Zumal wegen der aktuellen Sperrung der Bergischen Landstraße aus Richtung Leichlingen dort ein weiterer Engpass für rückkehrende Langenfelder entstanden ist. Auf Leichlinger und Solinger Gebiet staut sich nämlich auf der ausgeschilderten Umleitung von der Immigrather Straße bis zur Elberfelder Straße in Wiescheid zu den Stoßzeiten der Verkehr erheblich. "Dort oben war am Montag und Dienstag der Teufel los", sagt Honskamp. Das belege die Richtigkeit der Entscheidung, erst dann den beschlossenen Umbau der A3-Anschlussstelle Hardt zu beginnen, wenn die Arbeiten an der Bergischen Landstraße abgeschlossen sind und die Zu- und Abfahrt der A 542 funktioniert.

Unfallgefahr besteht nach Honskamps Worten, wenn Autofahrer von der Hardt aus trotz des Verkehrsschilds mit Geradeaus-Pfeil verbotenerweise und abrupt nach rechts in die Leichlinger Straße abbiegen. "Da muss der Hintermann höllisch aufpassen, dass er nicht auffährt." Durch Zusatzschilder am Kreisverkehr beim Toom-Baumarkt sollen daher Autofahrer auf die Umleitung über Kronprinz- und Schneiderstraße in die Bergische Landstraße Richtung Leichlingen hingewiesen werden. "Außerdem haben wir etwas gegen den unerlaubten Schleichverkehr durch die Reusrather Anliegerstraßen unternommen", merkte Honskamp an. "Wir haben zusätzlich Baken mit weiteren Schildern aufgestellt."

Honskamp geht davon aus, dass sich die Stauprobleme in den Ferien ab nächster Woche legen und sich das Verkehrsgeschehen in Langenfeld auch danach einspielen wird. "Es wäre sicher besser gewesen, erst in den Ferien mit den Arbeiten zu beginnen." Vom Landesbetrieb Straßenbau sagt Projektleiter Dietmar Giesen, dass man eine zusätzliche Umleitungsempfehlung für die Leverkusener und Leichlinger zur B 8 ausschildern wolle.

(RP)
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