1. NRW
  2. Städte
  3. Langenfeld

Langenfeld: Starke Frau leitet LVR-Klinik

Langenfeld : Starke Frau leitet LVR-Klinik

Der Gesundheitsausschuss der 13. Landschaftsversammlung Rheinland bestellte Jutta Muysers einstimmig für vier Jahre zur neuen ärztlichen Direktorin. Die 55-Jährige tritt die Nachfolge von Hartmut Belitz an.

Jutta Muysers hat keine Angst vor Herausforderungen. Die Psychiaterin betreut als Chefärztin der Forensik und Leiterin des Fachbereichs Maßregelvollzug Patienten, die getötet, geraubt, vergewaltigt und Kinder missbraucht haben. Heilung — das sagte sie einmal im Gespräch mit unserer Zeitung — sei in diesen schweren Fällen nur bedingt möglich. Die Patienten würden behandelt, bis sie nicht mehr gefährlich sind. Jetzt bestellte der Gesundheitsausschuss der 13. Landschaftsversammlung Rheinland die 55-Jährige einstimmig für vier Jahre zur neuen ärztlichen Direktorin der LVR-Klinik in Langenfeld. "Das ist ein zusätzliches Amt zu ihrer Position als Chefärztin", sagt Sprecherin Katharina Landorff.

Muysers tritt die Nachfolge von Hartmut Belitz an. Er war seit 2007 ärztlicher Direktor der Klinik. Warum Belitz sein Amt abgibt, bleibt unklar. "Die politischen Gremien haben sich für Frau Muysers entschieden", begründet Landorff das Votum.

Muysers führte bereits seit Anfang des Jahres kommissarisch die psychiatrische Fachklinik mit über 900 Mitarbeitern zusammen mit Pflegedirektorin Silke Ludowisy-Dehl und dem kaufmännischen Direktor und Vorsitzenden des Klinikvorstandes Holger Höhmann.

  • Im Ahrtal bauen Helfer ein Duschzelt
    Solidarität und Hilfe : Soll die Stadt Monheim Hochwasseropfern helfen?
  • Olaf Hellhammer präsentiert seinen prämierten  Gin.⇥RP-Foto:
    Preis bekommen : Langenfelder Gin ist Gold wert
  • In Monheim fahren die autonomen Busse
    Autonome Busse für Garath : CDU Garath regt autonome Busse für Düsseldorf-Süd an

Neue Schwerpunkte

Als ärztliche Direktorin setzt Muysers nach eigenem Bekunden vier Themenschwerpunkte: Sie engagiert sich dafür, dass der Maßregelvollzug weiter Bestandteil der Psychiatrie bleibt. Sie möchte die Qualität für die Patienten verbessern und das neue Entgeltsystem in der Psychiatrie umsetzen. Und die Öffentlichkeit soll immer transparent und zeitnah informiert werden, wenn es Probleme gibt. So wie erst im Mai dieses Jahres im Fall des entflohenen Forensik-Patienten André B. geschehen.

Die burschikos wirkende Ärztin mit den kurzen, blonden Haaren ist Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie sowie universitäre Health-Care-Managerin. Außerdem ist Muysers Sprecherin des bundesweiten Arbeitskreises Forensik innerhalb der Bundesdirektorenkonferenz. Sie koordiniert den medizinischen und therapeutischen Dienst und ist in Langenfeld für die Bereiche Hygiene und Arzneimittelversorgung verantwortlich. Seit 2005 war sie stellvertretende ärztliche Direktorin im Klinikvorstand.

Seit 1985 in Langenfeld

Jutta Muysers kennt die Klinik an der Kölner Straße mit über 50 Gebäuden, der Kirche und dem rund 60 Hektar großen Parkgelände in- und auswendig. Bereits 1985 nahm sie nach ihrer Assistenzarzt-Zeit am Krankenhaus Bethanien in Moers ihre Arbeit an der Langenfelder LVR-Klinik auf.

"Sie hat sich über die regionalen Grenzen hinaus einen exzellenten Ruf in der Fachwelt der Psychiatrie erarbeitet", sagt Katharina Landorff.

(RP/ac)