Langenfeld/Mettmann: Stallbesitzer verunsichert: "Eine abscheuliche Tat"

Langenfeld/Mettmann : Stallbesitzer verunsichert: "Eine abscheuliche Tat"

Die Pferdebesitzer der Region sind nach der Tötung eines Ponys in Krefeld alarmiert. "Bei uns ist dieser Pferde-Mord natürlich ein Thema", berichtet der Mettmanner Stallbesitzer Robert Nußbaum. "Es herrscht zwar keine Aufregung, aber Besorgnis unter den Reitern."

Auch im Reitsportzentrum Langenfeld auf Gut Langfort löste diese Tat Entsetzen aus. "Das ist eine abscheuliche Tat. Da geht mir der Hut hoch", sagt Rolf-Peter Fuß, Geschäftsführender Vorstand des Pferdesportverbands Rheinland. "Wir haben hier keine große Angst", fährt er fort. "Aber wir sind sensibilisiert." Die 83 Pferde, die auf Gut Langfort untergebracht sind, seien ohnehin nur tagsüber auf der Weide. "Das sind klassische Einstellerpferde." Er rät allen anderen Betreibern, ihre Pferde grundsätzlich nachts in den Stall zu holen, auch wenn das, je nach Rasse, nicht seiner natürlichen Haltung entspreche.

Auch Andrea Schnitzler führt ihre 80 Pferde nachts in den Stall. "Das tun wir immer", sagt die Betreiberin des gleichnamigen Reiterhofs an der Hitdorfer Straße. "Das ist doch krank", kommentiert sie die Tat. Aber Vorfälle solcher Art würden leider immer wieder bekannt.

In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag wurde auf einer Weide eines Reitstalls bei Krefeld ein Pferd zunächst verletzt und dann geköpft. Am Donnerstagabend wurden die abgeschnittenen Ohren des Tieres und Teile des Schopfes vor einer Garage gefunden. Der Täter ist inzwischen gefasst. Diese Tat sorgt nicht nur in Krefeld, sondern auch in den Reitställen und bei den Pferdebesitzern im Kreis Mettmann für Bestürzung und Fassungslosigkeit.

Gegen eine derart abartige Tat eines vermutlich kranken Menschen gebe es keine Mittel, meint Robert Nußbaum. "Wir können die Pferde ja schlecht dauerhaft einsperren. Sollte ein Brand ausbrechen, hätten wir große Probleme, sie rechtzeitig aus dem Stall zu bekommen."

Auch ein Wachdienst sei viel zu aufwendig. Aber man sollte die Aufmerksamkeit erhöhen und die Augen aufhalten. "Wenn bei uns am Stall oder an den Weiden fremde Menschen auftauchen, sprechen wir sie an", sagt der Stallbesitzer, der das Strafmaß für eine solch brutale Tat — maximal drei Jahre Gefängnis — für zu gering hält. "Aber Pferde gelten nur als Sachgegenstände."

Andrea Hansen mit ihrem Pferd Fleming Star ist Einstellerin auf Gut Knürrenhaus in Wülfrath und aktive Tierschützerin: "Das Strafrecht sollte hier auf jeden Fall überarbeitet werden", sagt sie.

Im Kreis Mettmann gibt es rund 4000 Pferde. Der Kreisverband Niederrheinischer Reit- und Fahrverein Mettmann listet rund 34 Pensions- und Reiterhöfe auf. Die Landwirtschaftskammer Rheinland, zu deren Einzugsgebiet auch das Ruhrgebiet und der linke Niederrhein gehört, zählt weit über 20 000 Pferde.

(RP/anch)
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