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Stahlhändler Schmees feiert Eiserne Hochzeit

Stahlhändler feiert Eiserne Hochzeit : Beim ersten Treffen kam's zum Kuss

Das Ehepaar Schmees aus Richrath feiert Eiserne Hochzeit. Aus dem Stahlhandel haben sich die beiden längst zurückgezogen, den führt die Familie weiter.

Wenn der Mitgründer einer inzwischen weltbekannten Edelstahlfirma „Eiserne Hochzeit“ feiert, könnte das zu sprachlichen Scherzen einladen, es ist dennoch eine normale Geschichte.

An einer Bushaltstelle am Düsseldorfer Graf Adolf Platz liefen sich 1954 eine junge Düsseldorferin und ein 21-jähriger Richrather über den Weg. „Ich fand sie sofort sehr nett“, erinnert sich Dieter Schmees (86) an diesen Tag und seine spontane Einladung an Sigrid, ihn zu einem Spaziergang in Richrath zu besuchen. Der kurze Weg beim ersten Rendezvous von Richrath bis Berghausen reichte für einen Kuss.

Nach zwei Jahren, am 4. August 1956, läuteten für die beiden die Hochzeitsglocken in Düsseldorf-Eller. „Zu früh“, meinten nicht nur Sigrids Eltern, aber „wir mussten damals heiraten“, erinnert Dieter an die Sitten der 50er Jahre, zumal das Paar ins katholische Richrath zog. Sohn Clemens – recht schnell – und später Tochter Susanne komplettierten das Glück, das sich inzwischen um vier Enkel und acht Urenkel vermehrte. 

  • Die Kaiserstraße im Richrather Ortskern. ⇥Foto:
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  • Eiserne Hochzeit Sophia und Hubert Wetzels
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  • Hannelore und Fritz Moldenhauer sind seit
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Dieter arbeitete damals als Vertreter für Edelstahlwaren, Ehefrau Sigrid, gelernte Bankkauffrau, kümmerte sich im Familienunternehmen von Vater Clemens Schmees um die Buchhaltung und den Schriftverkehr. „Schmees heißt Arbeit“, kommentiert Dieter Schmees rückblickend das Engagement der Gesamtfamilie. Früh war Dieter als „Netzwerker“ unterwegs, und zu seinen Erinnerungen an den ersten eigenen Hausbau gehört, dass die komplette A-Jugend von TuSpo Richrath ihm in kritischen Phasen half. Als TuSpo- Vorsitzender war er auch noch lange auf dem Platz aktiv, im Mittelfeld der Seniorenmannschaft.

Die Geschäfte im Stahlhandel liefen zwar gut, aber Schmees Ziel war die eigene Gießerei und Stahlproduktion. Am 26. September 68 war es endlich soweit: Der erste Abstich einer Pfanne selbst gekochten Stahls. Sigrid Schmees Tagebuchaufzeichnungen erinnern an die Anspannung und Nervosität, mit der die rund 20-köpfige Belegschaft „bei Bier und von der Familie geschmierten Brötchen“ diesem Moment entgegenfieberte.

Im Männergesangverein Liederkranz probte und sang er, Karneval mochten beide. Dieter gehört zu den Gründern des Richrather Karnevals-Vereins (RKV), beide zusammen repräsentierten als Prinzenpaar 1980/1981 die Langenfelder Narren. Nach dem Rückzug aus dem operativen Geschäft im Edelstahlwerk fanden er und Sigrid in Pirna neue Herausforderungen. Dieters Motto „Geht nicht, gibt´s nicht“ half ihm auch dort.

Das „Brauhaus“ oder die Destille am Elbe-Ufer sind für viele Langenfelder beliebte Ziele „Die einzige Gießerei mit einem Brauhaus – ein wunderbares Marketing-Instrument“, freut sich Clemens Schmees, Vertreter der inzwischen dritten Generation im Unternehmen.

Sigrids Rat an alle, die ein langes, glückliches Eheleben anstreben: „Liebe ist das Fundament, sie überdauert Schmerz, Trauer und ist die Basis gegenseitiger Stütze“.